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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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41 begründet, dass der Stoizismus gerade in der älteren Zeit auf die Entwicklung des Kalam weit mehr eingewirkt, als wir das nach den fragmentarischen Nachrichten, die wir besitzen, noch nachweisen können. Ob nicht auch der Determinismus der späteren As‘arijja teilweise auf stoischen Einfluss zurückzuführen ist, müssen wir dahingestellt sein lassen1). Ebenso müssen wir es dahingestellt sein lassen, ob zwischen dem Namen der Mutakallimun und der Bezeichnung Dialektiker, mit welcher die Stoiker zuweilen schlechthin benannt werden2), irgend ein historischer Zusammenhang be-!) Die Beweise der As'arijja gegen die Willensfreiheit erinnern an die Beweise der Stoiker. Wenn die Entscheidung erfolgt, muss es einen Beweggrund geben, der den Ausschlag gibt nach der einen oder anderen Seite (^>.^), weil sonst die Entscheidung ohne Ursache wäre. Dies Ausschlaggebende kann nicht wieder in der Wahlfähigkeit des Menschen liegen, weil dies zu einem regressus in infinit um führen würde. Durch das Vorhandensein eines war demnach die Entscheidung notwendig, Mewakif S. 107. Ebenso Al-Razi, Muhassal S. 111: Achnlich lautet ein Beweis Mewakif S. 114. Bei gleichen entgegengesetzten Gründen ist die Ent- Scheidung unmöglich, bei ungleichen war die Entscheidung von vornherein bestimmt. Diese Beweisführung erinnert an die Ansicht des Chrysipp. Nach Plutarch nämlich behaupteten die Philosophen, dass bei der Wahl zwischen völlig gleichen Dingen die Entscheidung herbeigeführt werde durch eine hinzukommende spontane Bewegung im 717.0<10י2ץןv (de Stoicorum rep. XXIII, S. i 278: Tou xorr/;v«yxcbt}a1 ooxoüvro; utco tiov s$a4hv a»“wov zo.l~ opu-ocTrhzokuzv* ~opi£z'y 3v׳ot tojv c5׳.X030®a>v £7UsX3U3TtX7;v ־'.Vtt XlVY]3lV £V TCO ^־(S'XOVtXtü X7.T7.3X3־J'Z^0׳J3tV, £7׳־ TüJV ttrCfp«XX«ZT(OV HaX13“a ytvoyiivTjv sxovjXov). Nach Chrysipp wäre dies gleichbedeutend mit einer Wirkung ohne Ursache und als Beispiel führte er an die Wage, die bei völligem Gleichgewicht sich nach keiner Seite neige, in scheinbar dagegen sprechenden Fällen seien es immer unbekannte Ursachen, welche die Entscheidung herbeiführen. (7rpo; 1:016;01־ Xpu37:7!׳co; dvTiXiyüiv, u>; ßicc^G'jivou; ־io d.va1־üo zrfj c5u31v . . . SV C S 1üXa~T0|jiv«1; Ü7C SV!0)V X«! Xsyouivai; TC׳OT«1; £7:3X30333» V ad'/jX0־j; ozoxpiysiv.) Erwähnt sei ferner, dass wie nach den Stoikern Lob und Tadel nur das Urteil über die Beschaffenheit gewisser Personen und Handlungen ausdrücken (Zeller a. a. 0., S. 166), so auch nach d;:n As‘arijja Lob und Tadel nur aufzufassen sind: (Mewakif S. 112). Und doch ist die Uebereinstimmung in diesen Punkten vielleicht dennoch nur eine zufällige. Den Begriff des Kasb bei den *Asa‘rijja will Stein, Die Psychologie der Stoa II, S. 111 A. 383, mit der s'jyxaid9331־; der Stoiker vergleichen. 2) Die Stoiker werden von Sextus Empiricus schlechtweg Dialektiker genannt, Zeller II (3. Aull.), S. 209 A. 1. Auch Cicero Fin. IV, 4, 9 gebraucht dialectici von den Stoikern ohne jeden weiteren Zusatz, — eine Bezeichnung, die offenbar nicht willkürlich gewählt wurde, sondern von ihrer Methode genommen ist. Als Vertreter dialektischer Kunststücke lässt Lucian in ßtiov 7:pa3t;, S. 562, gerade den Chrysippus auftreten. Es ist möglich dass die Mutakallimun auch hin-

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