Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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34 sich hur, wie weit wir noch imstande sind, dies im Einzelnen nachzuweisen. Es kämen nun für uns in erster Reihe diejenigen Mutakallimun in Betracht, welche ausdrücklich als Anhänger Nazzams bezeichnet werden1). Unter diesen muss besonders Gahiz (gest. 869) genannt werden, der nach Sahrastani zu den bedeutendsten Lehrern der Mutaziliten gehörte und viele Schriften in ihrem Sinne verfasst haben soll2). Ueber seine Lehre im allgemeinen urteilt Sahrastani, dass sie der Lehre der Philosophen gleiche, nur be־ künde Gahiz mehr Hinneigung zu den Naturalisten unter ihnen als zu den Metaphysikern8). Es ist der gleiche Zug, den Sahrastani auch an Nazzam hervorhebt. Von den Ansichten, die er in seinem Namen mitteilt, sind zwei besonders befremdlich und auffällig. Er soll gesagt haben, dass die Höllenbewohner nicht ewig im Feuer zur Strafe bleiben, sondern in die Natur des Feuers sich verwandeln werden, auch ziehe das Feuer seine Leute an sich, ohne dass einer in dasselbe hineinzugehen brauche4). Vielleicht noch an Ungereimtheit übertreffend lautet die andere Aeusserung: Er soll gesagt haben, dass der Koran ein Körper sei, der sich bald in ein Tier, bald in einen Menschen verwandle. Dies, bemerkt Sahrastani, ist ähnlich der Behauptung Abu Bekrs, der die Accidenzen leugnete und vom Koran sagte, er sei ein geschaffener Körper5). Man muss sich fragen, ob es nicht besser ist, solche ungereimte Behauptungen auf sich beruhen zu lassen und auf jede 1) Vgl Sahr. S. 41. 2) Vgl. Sahr. S. 52, Al-Mutazilah ed. Arnold S. 28: Ouaxxa/0 (seil. Gahiz) nJj olxilj iütiLj iLxxj Von seinen Schriften haben sich nur wenige erhalten, vgl. Brockelmann, Geschichte der arabischen Literatur. Weimar 1898, I, S. 152. Einige seiner Schriften sind von Van Vloten herausgegeben worden. Vgl. auch Magmu‘ al-rasail von ihm Cairo, Vorrede. 3) Sahr. S. 53. 4) Sahr. S. 52: n3 *oil XXj) Jol ^3 WApI ג1ע]| ^Lüf \jtxxL C<JI Jo L w\5=־l 0I D,L> C<JI, 5) Sahr. S. 53: qLsJI qI iOLc (j;Jo,I q.:I ^1יי C^1 CT* IvAPj ליי 'wxA&X} 01 .iLs) (j3L*CjJ! j&lj ü*JJo<w« *dl. Nicht weniger seltsam heisst es Mawakif S. 342: לייwJliLo