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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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IRI
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29 Anders verhält es sich, wenn wir auf die Behauptung Nazzams, dass Gott nicht das Böse tun könne, näher eingehen. Wie wir aus Sahrastani erfahren, kam es Nazzam darauf an, zu behaupten, dass Gott nicht bloss das Böse nicht tue, sondern auch nicht tun könne, dass ihm also auch die Macht dazu fehle, während seine Gegner behaupteten, dass es ihm wohl an der Macht dazu nicht gebreche, dass er es aber aus freiem Willen unterlasse1). Die ganze Streitfrage, die nicht gerade geeignet ist, ein erhebliches Interesse zu beanspruchen und bei der es uns mehr auf den Ursprung der Kontroverse als auf die Kontroverse selbst ankommt, erinnert an eine gelegentliche Aeusserung des Aristoteles, wonach auch der Gottheit das Vermögen Böses zu tun nicht abgesprochen werden könne, wenn sie auch in Wirklichkeit es nicht tue2). Doch ist selbstverständlich der Ausgangspunkt der Kontroverse nicht in dieser abrupten Bemerkung zu suchen, sondern anderswo, und wir werden dem Ursprung näher geführt werden, wenn wir auf eine Stelle bei Kahir Al-Bagdadi eingehen. Derselbe vergleicht die Ansicht Nazzams mit der Ansicht der Dualisten, welche behaupten, das Prinzip des Guten könne nicht Böses schaffen, und ebenso behaupte Nazzam, Gott habe nicht die Macht, Böses zu tun3). Aus derselben Quelle, meint er ferner, stamme dessen Behauptung, dass die Körper in lebende und tote zerfallen, von welchen die ersten nicht sterben, die zweiten nicht leben können. Ganz so bezeichnen ja auch die Dualisten das Licht als Prinzip des Lebens, versucht Stein die Ansicht Nazzams auf Alexander von Aphrodisias zurück-־ zuführen. Aber nachdem wir die Abhängigkeit Nazzams von den Stoikern in so vielen Punkten bewiesen haben, haben wir keinen Grund, hier einen anderen Einfluss anzunehmen. Ausserdem wird durch das, was im Text weiter ausgeführt, der Zusammenhang mit den Stoikern noch mehr erhärtet. Sahr. das. und Ibn Hazm IV, S. 193: Jo y&JI 2) Aristoteles, Topik. 126a, 34: oovaxai [1iv ג׳»ן xal 6 830־^ xal 6 axouoatoQ xoc cpa־jXa opäv, aXX7 oox slai xoiouxoi . . , . sx 1 izäaa 0'jvainQ xä>v Gtpsx&v xal “fap rjx tcüv cpauXtov Oüvajict^ Gtpsxai, 010 xat xov 9-sov xai xov axoioatov s^stv <pau.L> g'jxg; * ouvaxoü^ *fap sivai xa vaoka zpcbssiv. Ganz so betrachten es die Gegner Nazzams als eine Beschränkung, als einen Mangel, wenn man Gott die Macht, Böses zu tun, abspricht, Ibn Hazm a. a. 0.: (_wLJf ^JLäj *JJI. l) Kahir Al-Bagdadi 49a: JvX*J qL zJjS ioyoü! y* yjpJI Joti %

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