Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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…/2720904-2721021--026-2725431- Visual Library
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27 Natur an seinen Ort zurückkehrt1). Die Worte geben keinen Sinn, in welcher Bedeutung immer man den Ausdruck ״Subjekt der Kraft“ nimmt.. Die Aeusserung erinnert teilweise an ein Beispiel, durch welches Chrysipp seine Ansicht vom Willen zu veranschaulichen pflegte. Der Zylinder, sagte er, bedarf des Anstosses, um fortzurollen; ist aber dies erfolgt, dann bewegt sich derselbe vermöge seiner Beschaffenheit von selber fort ohne Hinzutun des Menschen. Ebenso muss ein Motiv von aussen auf den Willen einwirken, ist dies geschehen, dann erfolgt die in unserer Beschaffenheit begründete Bewegung, ohne dass es in unserer Macht läge, eine andere Entscheidung zu treffen, als wir in jedem einzelnen Falle wirklich treffen2). Diese Stelle erklärt jedoch die Behauptung Nazzams nicht, da in dieser die Hauptsache, die Nutzanwendung auf den Willen, fehlt. Wir behalten uns die Erklärung für eine spätere, geeignetere Stelle vor und wenden uns jetzt zu den theologischen Ansichten Nazzams. Dass seine Behauptung, die Erkenntnis Gottes sei durch die Vernunft vor der Offenbarung notwendig, an die Stoiker erinnere, welche den Gottesglauben zu den natürlichsten Erkenntnissen rechneten und in ihren Beweisen für das Dasein Gottes auf den ג) Sahr. S. 38: yp JatftJl U JJ' al JÜ5 *JJI 0I ^JIäj 3JJ! Joti 0U: 'iyi jJta jiJsdl löf KäJLS« &äL>j 2ülX* ^Jl Steiner a. a. 0., S. 38, gibt diesen Satz folgendermassen wieder: ,.Die Tätigkeit, soweit sie den Bereich der Macht (Kudra) überschreitet (d. h. wohl, soweit sie nicht direkt durch das freie Handeln des Menschen bestimmt wird), rührt insofern von Gott her, als die in den betreffenden Körper gesetzte Naturanlage sie zur notwendigen Folge hat״. Allein zTjJsjü) bedeutet nicht: Bereich der Macht, sondern nur Träger, Substrat der Macht und kann hier nur der Mensch sein. Es fragt sich nur, ob darunter der ganze Mensch zu verstehen ist, oder, entsprechend der früher bereits erwähnten Anschauung Nazzams, lediglich der Geist; an der Schwierigkeit des Satzes wird jedoch dadurch nichts geändert. Ist schon die Bewegung des Steines nach oben nicht mehr eine Tat des Menschen, wie es nach jenem Lehrsatz sein müsste, oder bloss das Fallen desselben? 2) Gellius, Noctes Atticae VI, 2, 11: ״Sicut, inquit, lapidem cylindrum si per spatia terrae prona atque derupta jacias, causa quidem ei et initium praecipitantiae fueris, mox tarnen ille praeceps volvitur, non quia tu id jam facias, sed quoniam ita sese modus ejus et formam volubilitatis habet: sic orde et ratio et necessitas fati genera ipsa et principia causarum movet, impetus vero consiliorum mentiumque nostrarum actionesque ipsas voluntas cujusque propria et animorum ingenia moderantur.