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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
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26 reden ja mit grossem Nachdruck von der Selbstbestimmung des Menschen, von der nicht bloss seine Handlungen, sondern auch seine Urteile und Ueberzeugungen abhängen sollen, obgleich für eine Willensfreiheit im eigentlichen Sinne in ihrem System kein Raum ist1). Ebenso betonen sie immer wieder, dass Gott für die moralischen Uebel in der Welt nicht verantwortlich zu machen sei, obgleich es sehr fraglich ist, ob dieser Gedanke mit ihren sonstigen Anschauungen sich vereinbaren lasse2). Wer weiss, ob nicht ahnlieh klingende Aeusserungen Nazzams falsch gedeutet wurden und ihn in den Augen seiner Gegner zu einem Anhänger der Willensfreiheit stempelten. Auch seine Behauptung, dass zwei Eingebungen vorhanden sein müssen, damit eine Wahl in Wirklichkeit stattfinde3), gestattet keinen sicheren Schluss, da hier lediglich von der Wahlfreiheit, von der Ueberlegung, die dem Entschlüsse vorangeht, die Rede ist, womit aber noch keineswegs gesagt ist, dass die definitive Willensentscheidung mit Freiheit erfolgt, so dass sie in jedem einzelnen Falle auch anders hätte ausfallen können. Es ist im ganzen nicht klar, worauf dieser Satz abzielt, ob auf eine Verwerfung oder Annahme der Willensfreiheit. Vielleicht auch will die Eehauptung Nazzams nur besagen, dass bei Gott nicht von einer Wahlfreiheit im gleichen Sinne wie beim Menschen gesprochen werden könne, weil es bei Gott an einer doppelten Eingebung fehlt. Noch dunkler ist eine andere Aeusserung Nazzams. Er soll behauptet haben, dass alles, was vom Tun über das Subjekt der Kraft hinausgehe, vom Tun Gottes, entsprechend der Naturanlage, herrühre. Erläutert wird dies am Beispiel des Steines, der, zur Höhe geworfen, wieder zu Boden fällt, weil Gott ihn mit einer bestimmten Beschaffenheit ausgerüstet und mit einer gewissen Anläge geschaffen, so dass er in die Höhe geworfen, in die Höhe fliegt, und wenn die Kraft des Wurfes ihr Ende erreicht, von i I I ו per antiphrasin, nicht einieuchten, und das Wort weit eher für die Gegner, als für die Anhänger der Willensfreiheit passt, vgl. Schreiner, ZDMG., Bd. 52, S. 509. נ) Vgl. Zeller a. a. O., S. 201. 2) Plutarch, De Stoicorum repug. XXXIII, S. 1284; Chrysippus behauptete <jj; tüüv cacr/p<I)v to ftstov Kaparnoy 3־0 1»י£09׳\1ץx suX00)־v iaiiv. s) Sahr. S. 41: jJjb^b Jläj 'wßXJb Al-Hasani 39b anonym: q-* *3 I

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