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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 25

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721021--024-2725429
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25 so stossen wir zunächst auf den Satz, dass der Unterschied zwischen dem Guten und Bösen nicht erst durch die Offenbarung, sondern schon durch den Verstand gegeben sei1). Dieser Satz erinnert zunächst an die stoische Anschauung, dass das oUatov <poaa1 und nicht llsfjci sei2); allein da diese Anschauung nicht den Stoikern ausschliesslich eigen ist, so könnte es fraglich erscheinen, ob man es hier mit einer Entlehnung aus der Stoa zu tun hat. Dieser Zweifel könnte um so berechtigter erscheinen, als der angeführte Satz zu den gemeinsamen Grundlehren der Mutaziliten gehört und nicht bloss im Namen Nazzams überliefert ward. Allein es handelt sich nicht bloss darum, dass der Unterschied zwischen gut und böse von Natur gegeben, sondern darum, dass dieser Unterschied auch durch die Vernunft allein zu erkennen sei. Dass gerade darauf der Nachdruck zu legen ist, geht aus der Verbindung hervor, in der der fragliche Satz gewöhnlich erscheint. Wie die sittliche Erkenntnis ist nach N. und den anderen Mutaziliten auch die Erkenntnis Gottes durch die Vernunft ohne Offenbarung notwendig. Nun waren es gerade die Stoiker, welche den Gottesglauben und die instinktive Erkenntnis des Sittlichen im allgemeinen zu den xovjdi awoca!, zu den gemeinsamen, allen Menschen gleichsam angeborenen Erkenntnissen zählten. Wir werden daher nicht irre gehen, wenn wir auch hier einen stoischen Einfluss vermuten. Wichtiger, aber auch schwieriger ist es für uns, die Stellung Nazzams zum Problem der Willensfreiheit zu bestimmen. Der Umstand, dass er als Kadarit bezeichnet wird und selbst die ausdrückliehe Erklärung Sahrastanis, er sei in der Behauptung von der Vorherbestimmuung des Guten und Bösen durch uns weiter gegangen als seine Genossen, ist allein nicht massgebend3). Auch die Stoiker *) Sahr. S. 41: L* ^b JI25j 2) Vgl. Zeller a. a. O., S. 223, A. 2. 3) Vgl. Mewakif S. 337: [seil. NJ und Sahr. S. 37: Luo VjJ&j Jjüii Wir können unsere Zweifel über die ursprüngliche Bedeutung des Namens nicht unterdrücken. Was Sahr. darunter versteht, ist klar, anders aber könnte es sich verhalten, wenn er etwa bloss einer älteren Quelle die Bezeichnung entlehnt. Dann wäre zu erwägen, wann der Name stehende Bezeichnung für die Anhänger der Willensfreiheit geworden ist, was sich aber wahrscheinlich nicht mehr feststellen lassen wird. Dass er ursprünglieh das bedeutete, kann mit Recht bezweifelt werden, da beide Erklärungen, die gewöhnlich gegeben werden, die Ableitung von oder es sei eine Benennung

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