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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
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23 Behauptung, dass auch die Schöpfung Adams der Schöpfung seiner Nachkommen nicht vorangegangen sei, — eine Vorstellung, welche mit der Anschauung von der gleichzeitigen Schöpfung aller sechs Tageswerke keineswegs zusammenfällt. Noch charakteristischer heisst es bei Kahir Al-B., N. habe behauptet, dass die Schöpfung der Mütter nicht vorangehe der Schöpfung der Kinder1). Wir glauben daher nicht irre zu gehen, wenn wir annehmen, dass der Behauptung N.’s vom Kumün die Lehre der Stoiker vom )Ayoz a-sprmzixbc: zu Grunde liege, die Anschauung, dass im Urstoff oder der Vernunft sämtliche Dinge keimartig verborgen seien und aus ihr mit derselben Notwendigkeit hervorgehen wie das Tier oder die Pflanze aus dem Samen. Unsere Annahme wird unterstützt durch eine gelegentliche Bemerkung Sahrastanis an einer anderen Stelle. Bei der Darlegung der Ansichten des Anaxagoras sagt er, dieser sei der erste gewesen, welcher die Lehre vom Kumün aufstellte, insofern er der Ansicht war, dass alle Dinge im ersten Körper verborgen gewesen seien und ihr Werden nur in ihrem Hervorrtreten aus diesem Körper bestehe, ähnlich wie die Aehre aus dem Samenkorn, die hohe Palme aus dem kleinen Kern, der Mensch aus dem winzigen Samentropfen, der Vogel aus dem Ei erscheine2). Wir erfahren aus dieser Stelle genauer, was Sahrastani sich unter Kumün dachte, dass ihm hierbei das Bild vom Samen vorschwebte, und dass man eine gewisse Aehnlichkeit zwischen der Lehre des Anaxagoras und der des N. finden zu können glaubte. Es fragt sich nun, worin diese Aehnlichkeit lag, die Sahr. oder seinen Gewährsmann bestimmte, die Lehre N.’s mit der des Anaxagoras zu vergleichen und beide mit demselben Namen zu belegen. Das Vergleichungsmoment war gegeben in den axippaza des Anaxagoras und in der stoischen Bezeichnung vom G7repoazcxb<: Xbyoc. Nun besteht allerdings zwischen beiden Anschauungen nur eine Namensgemeinschaft und gar keine sachliche Verwandtschaft, wie schon Heinze richtig bemerkt3), aber für die oberflächliche ג) Kahir Al-B. a. a. O. 54b: *ÄjLaä Kjtilyi [55a] ... xLi! ob \jiJL> ^.JLc. *3* 2) Sahr. II, S. 257. 3) Vgl. Heinze, Die Lehre vom Logos in der griechischen Philosophie, S. 109: ״Dagegen haben die aidpaaia des Anaxagoras mit dem a־nipu.c£ der Welt bei den Stoikern nichts gemein.“

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