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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 22

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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22 Sahr. knüpft hieran die Bemerkung, N. habe diese Lehre den Philosophen entlehnt, welche das Verborgensein und Hervortreten lehrten, jedoch neigt er sonst mehr zu den Ansichten der Naturalisten als der Metaphysiker1). Zunächst sei nun daran erinnert, dass eine ähnliche Anschauung, wonach das gesamte Schöpfungswerk gleich am ersten Tage fertig war und lediglich successive in die Erscheinung trat, bereits frühzeitig in jüdischen Kreisen vertreten wurde2). Demnach läge die Vermutung nahe, dass diese Anschauung, wie so viele andere Elemente der Aggada, gleich beim Erscheinen des Islam oder später in arabische Kreise eingedrungen und auf diese Weise zur Kenntnis N.’s gelangt sei. Diese Vermutung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn wir erfahren, dass auch den Kirchenlehrern jene Auffassung der Schöpfungsgeschichte nicht unbekannt war3). Allein der Ausspruch N.’s enthält einen Zusatz, der sich in jüdischen Quellen nicht nachweisen lässt, nämlich die *) Sahr. S. 39, Steiner a. a. O S. 67 stellt den Gedanken N.’s so dar, als ob es sich bei demselben lediglich um die beiden aristotelischen Grundbegriffe der Möglichkeit und Wirklichkeit handelte, so dass das Hervorgehen aus der Verborgenheit gleichbedeutend wäre mit einem Uebergang aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit. Allein in diesem weiten Sinne scheint der Ausdruck Kumün von Sahr. nicht gebraucht worden zu sein. Nach der Aulfassung Steiners ist es auffallend, dass Sahr. nicht den arabischen Aristotelikern und sämtlichen ionischen Naturphilosophen die Theorie des Kumün zuschreibt, und lediglich bei Anaxagoras, wie wir sehen werden, sich des Ausdruckes Kumün wieder bedient. Es muss also darunter eine viel enger umschriebene Lehre verstanden werden, und nicht jede beliebige Anschauung, die irgend ein Werden, einen Uebergang aus einem Zustande in den anderen lehrt. 2) Vgl. Maimuni a. a. O. II, C. 30, der einen Ausspruch des Midras anführt, wonach sämtliche Dinge gleichzeitig geschaffen wurden, um dann nach und nach sich zu sondern, in ähnlicher Weise wie etwa ein Landmann zu gleicher Zeit verschiedene Saaten ausstreut, die dann zu verschiedenen Zeiten aufgehen (^*-£1ג־ ^) y.l i-LuWJl I5w mJLL JjU) ^3 ^3 Lx5> fjJLx* LglX jJ!^ l\״xj oVxj ^3 Der nämliche Gedanke findet sich auch Beresit r. c. 12; ר״י ורע ריייא ויבולו השמים והארץ בזמנן וכל צבאן בזמנן א״ל רע והא כתיב אלה תולדות השמים והאייץ בהבראם מלמד שבו ביום נבראו בו ביום הוציאו תולדות א״ל והכתיב ויהי ערב ויהי בקר יום אחד יום שני ויום שלישי ויום רביעי יום דד יום ד א״ל רע כמלקטי תאנים בל אחד ואחד הופיע בזמנו. Auf diese steile wurde ich durch Herrn Seminarrabb. Prof. Dr. Levy aufmerksam gemacht, vgl. auch Jellinek, Bet Hamidras V, S. L55. 8) Albertus Magnus, Comm. in Sent. II dist. 12 artic. im Namen des Augustin.

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