Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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16 Punkte von seinen Genossen abgewichen wäre. Er hat N. in diesem Punkte missverstanden, wie er überhaupt die Meinung N/s nach den Voraussetzungen, auf welchen sie beruht, und in ihrem Zusammenhange mit seinen sonstigen Ansichten nicht verstand, so dass infolgedessen die Angriffe, die er gegen N. richtet, auf einen Streit mit Worten hinauslaufen1). Ja. wir werden sogleich Gelegenheit haben, zu erfahren, was unter dem Schaden zu verstehen ist, durch welchen nach N. das Unvermögen herbeigeführt wird, aber auch von vornherein steht es für uns nach der eben gegebenen Erklärung fest, dass nach N. zwischen dem Vermögen und Unvermögen kein Unterschied bestehen kann, dass beide nach ihm nichts anderes sind als das vermögende beziehungsweise unvermögende Subjekt. Wenn wir nun die Lehre N.\s über den Menschen weiter verfolgen, so stossen wir wieder auf Sätze, welche seine Abhängigkeit von der Stoa entschieden beweisen. N. behauptete, dass alle Handlungen des Menschen Bewegungen seien, auch die Erkenntnisse und Willensakte, die er für Bewegungen der Seele hielt, und die Ruhe erklärte er als eine Bewegung des oUXti, des ״Sichstützens“, wie wir den dunklen Ausdruck zunächst wörtlich wiedergeben wollen2). Es ist nun merkwürdig, wie N. auch hier mit den Stoikern zusammentrifft. Sie waren es, welche zuerst auch das Tun und Leiden unter die Kategorie der Bewegung stellten3). Als einen Beweis für die AbhängigkeitN.’s von der Stoa möchten wir freilich dieses Zusammentreffen nicht hinstellen, da die stoische Anschauung später allgemein geworden ist und von Plotin und anderen auch dem Aristoteles zugeschrieben wird4). *) Ibn H. a. a. O., S. 27, wendet gegen N. ein, dass doch niemand den Unterschied zwischen Substanz und Accidenz, zwischen Subjekt und Prädikat bestreitet. Allein wir haben schon oben bei der Behauptung, die Eigenschaften seien Körper, gesehen, wie tatsächlich nach N. der Unterschied zwischen Substanz und Accidenz aufgehoben erscheint, und wenn dies auch der gewöhnlichen Vorsteliungsweise widerspricht, so gilt dies auch von vielen anderen Ansichten der Stoiker. Ist doch eine ganze Schrift von Plutarch, die Schrift de communibus notiis, gerade dem Nachweise gewidmet, dass die Stoiker sich so häufig mit der gewöhnlichen Anschauungsweise in Widerspruch setzen, trotzdem sie angeblich gerade auf die allgemeine Uebereinstimmung soviel Gewicht legen. Widerlegt also ist N. durch die Einwürfe Ibn U/s nicht, seine Behauptung ist vielmehr in seiner ganzen Anschauung begründet. 2) Sahr. S. 38: jLjjtJI bJyi *£Jt£JI ^wvdiül ob!p5!3 pjJjdfj oUxcf \£==>jZ> 3) Zeller a. a. O., S. 180. 4) Zeller das. A. 2 wird die Bemerkung des Simplicius zitiert: ״Plotin und andere übertragen aus der stoischen Lehre in die aristotelische die Annahme: ״tq xoivov tou irotsTv xat siv sTvat t«; x1v/)3s1;a.