Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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14 diese Lehre denselben Leuten entlehnt haben, denen er auch seine Lehre von der Körperlichkeit der Seele verdankt, die von Saht* *, als Naturalisten bezeichnet und von uns als Stoiker erkannt wurden1). Eine besondere Erörterung erfordert die oben zuletzt angeführte Behauptung N.’s, dass der Geist vermögend sei durch sich selbst und das Vermögen der Handlung vorangehe. In ähnlicher Weise wie Sahr., überliefert Kahir Al-B. die Ansicht N.’s2), und es hat nach dem Wortlaute bei beiden den Anschein, als ob N. behaupten wollte, dass das Vermögen dem Geiste nicht von anderwärts verliehen, sondern von Haus aus eigen sei. Ganz deutlich ergibt sich dieser Sinn aus der Polemik, mit welcher Kahir Al-B. den Satz N.’s beliehe Mensch und der Körper nur ihr Werkzeug, aber nach ihm ist die Seele eine Idee oder immaterielle Substanz, der die Eigenschaften des Wissens, des Vermögens, des freien Willens zukommen, aber weder Bewegung noch Ruhe, noch sonst eine Accidenz des Körpers, die von Zeit und Raum nicht eingeschlossen wird und mit dem Körper nur insofern im Zusammenhang steht, als sie ihn regiert und leitet, Sahr. S. 47. Während Mu'ammar, wie schon die ganze Dar- Stellung verrät, offenbar Plotin folgt, hat man inbezug auf N. keinen Grund anzunehmen, dass er seine Ansicht anderen als seinen gewöhnlichen Gewährsmännern entlehnt. Vgl. auch Ma'ani al-nafs, ed. Goldziher S. 19. Zur Sache vgl. noch Schreiner, Der Kalam in der jüdischen Literatur, Berlin 1895, S. 18 A. 1, und Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau 1898, S. 63 A. 1. *) Ob Sahr. unter den Naturalisten, zu denen er N. und auch Gahiz, S. 53, rechnet, einen eng umschriebenen Kreis von Philosophen verstand, dürfte zweifeihaft sein. Nach der sehr unbestimmt gehaltenen Charakteristik, die Gazzali, Munkid (ed. Schmoelders, Paris 1842), S. 14, von den Naturalisten gibt, scheint eine gewisse Hinneigung zum Materialismus ein Hauptcharakterzug derselben gewesen zu sein, wobei Abweichungen in einzelnen, auch wichtigen Fragen nicht ausgeschlossen sind. Der Begriff scheint ein ziemlich weiter gewesen zu sein und allerlei Schattierungen zu umfassen. In diesem Sinne ist wohl auch bei Sahr. der Ausdruck zu verstehen. Bei De Boer, Archiv für Geschichte der Philosophie, Bd. Xm, S. 159 ff., fehlt gerade dies Merkmal des Materialismus, und was er selbst zur Charakteristik der Naturphilosophie sagt, z. B. dass die Vertreter derselben ״unter dem Einfluss spätgriechischer Philosophen standen, die die Natur als Kraft der Weltseele mit allerlei wunderbaren Wirkungen ausstatteten״, scheint mir das Wesen der Naturphilosophie am wenigsten zu treffen, wenigstens stimmt dies gar nicht zu der Schilderung, welche Gazzali von den Naturphilosophen entwirft. Bei Masoudi, Prairies d'or IV, p. 101 ff., worauf de Boer hin weist, bedeutet das Wort ganz allgemein Physiker ohne jede spezifische Nebenbedeutung. 2) Al־Fark S. 51: I ^.ג1י *JjÄ Kii'Jül (51b) iudo Kt)) y>vJLJ#