Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1908
- Date
- 1908-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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4 Gegenstand, den Verfasser in mancherlei Schwierigkeiten verwickelt und wäre kaum ohne Zwang durchzuführen gewesen. Man kann daher die Behandlungsweise des Verfassers in dieser Hinsicht billigen, zum Nachteile der Arbeit jedoch fehlt es an einer eingehenden Berücksichtigung der Vorgänger Bachja’s und der von ihm benützten Quellen. Von diesen Mängeln abgesehen, ist das Thema mit befriedigender Sachgemässheit unter Hervorhebung des Wesentlichen und Charakteristischen behandelt worden. Auch zeigt sich in den Anmerkungen eine genügende Bekanntschaft mit der Literatur über Bachja, nur dass daraus nicht immer der rechte Nutzen für die Darstellung im Text gezogen worden ist. Mit erheblicheren Mängeln ist der erste Teil behaftet. Die Beantwortung der Vorfragen lässt zuweilen die erforderliche Gründlichkeit vermissen. Es werden verschiedene Aeusserungen Bachja’s nicht immer sorgfältig mit einander verglichen und die Entscheidung einseitig nach einzelnen Stellen getroffen, auch fehlt es nicht an Verstössen in Einzelheiten. Andererseits kann bemerkt werden, dass der Verfasser auch hier jedenfalls die für die Ethik Bachja’s in Betracht kommenden Gesichtspunkte richtig hervorhebt und ein auf die wissenschaftliche Durchdringung des Gegenstandes gerichtetes Streben überall an den Tag legt. Mit Rücksicht darauf, wie auch in Anerkennung des Fleisses und des in der Bearbeitung sich kund gebenden warmen Interesses ist dem Verfasser unter der Voraus^ Setzung, dass er die vielfach hervorgetretenen Mängel beseitigt, der Preis zuerkannt worden. — Die Eröffnung des mit dem angeführten Motto versehenen Umschlages ergab, dass der Verfasser Herr Dr. Albert Kahlberg war. Das Seminar zählt gegenwärtig 28 Hörer. Neu eingetreten sind im vergangenen Jahre: Hugo Nothmann aus Kattowitz, Fritz Bernstein aus Breslau, Paul Lazarus aus Duisburg und Max Schüftan aus Rybnik. Von ehemaligen Zöglingen des Seminars sind folgende in neue Aemter berufen worden: Herr Dr. G. Wilde zum Rabbiner in Magdeburg, Herr Dr. S. Freund, bisher Rabbiner in Ostrowo, zum Ortsrabbiner in Hannover, Herr Dr. B. Italiener zum Rabbiner in Darmstadt und Dr. L. Golinski zum Rabbiner in Pilsen. Ausserdem ist zur Geschichte des Seminars im abgelaufenen Studienjahre Nachstehendes zu berichten: Am 22. Februar beging das Seminar die Gedächtnisfeier für den verewigten Direktor Dr. Z. Frankel. Die Gedächtnisrede hielt Herr Dr. Steckelmacher.