Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1908
- Date
- 1908-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2720904-2721001--37-2725394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 *— Am 6. April, dem letzten Tage des Passahfestes, wurde im Anschluss an die Predigt eine Gedenkfeier für den verewigten Direktor Dr. Lazarus begangen. Die Predigt hielt sein Enkel Herr Dr. Bärwald. Am 1. Juni 1907 verschied Herr Geheimrat Professor Dr. J. Freudenthal, der vom Jahre 1864 bis zum Jahre 1888 an unserem Seminar als Dozent segensreich wirkte. Er mus-te unsere Anstalt infolge seiner ehrenvollen Ernennung zum ordentlichen Professor an der hiesigen Universität verlassen. Folgende Worte, die das Lehrerkollegium damals in das Protokollbuch schrieb, mögen hier wiederholt werden: ״Das Lehrer-Kollegium spricht Herrn Prof. Freudenthal bei seinem Rücktritt von seiner bisherigen Stellung als ordentlieber Lehrer am Seminar im Namen der Anstalt wärmsten Dank und vollste Anerkennung für die Liebe und Hingebung aus, womit er seine Jahrzehnte lange segensreiche Lehrtätigkeit an derselben geübt, für die sichtbare geistige Förderung und Anregung, die er der grossen Zahl seiner ihm mit Liebe und Eifer folgenden Zuhörerschaft hat angedeihen lassen, sowie für die aufopfernde Fürsorge, die er dem materiellen Wohle derselben stets, und ganz besonders während seines Vorsitzes, zugewendet hat. Dem Gefühle des Bedauerns um sein Scheiden aus unserer Mitte steht mildernd und wohltuend gegenüber unsere Genugtuung und freudige Teilnahme an der ehrenvollen Anerkennung, die seine wissenschaftliche Bedeutung in seiner Ernennung zum ordentlichen Professor der Philosophie an der hiesigen Universität gefunden hat.“ Am 18. September, am Versöhnungstage, wurde in der Predigt das Andenken des Seminarrabbiners Dr. Joel und des Professors Dr. Graetz s. A. besonders hervorgehoben. Die Predigt hielt Herr Dr. Schreiber. Am 2. Oktober legte Herr Dr. S. Horovitz laut § 3 des Regulativs den Vorsitz im Lehrerkollegium nieder, worauf ihn der Unterzeichnete übernahm. Zu der am 22. Oktober stattgefundenen Einweihung des ״eigenen Heims für die Lehranstalt der Wissenschaft des Judentums“ in Berlin wurde der Unterzeichnete vom Lehrerkollegium als Delegierter entsandt. Am 7. Dezember wurde in der von Herrn Dr. Kahlberg gehaltenen Predigt das Andenken des Dr. Rosin und Dr. Zuckermann s, A. hervorgehoben.