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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1907-01-01 · 1907 · page 37

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1907
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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IRI
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139 richten, die sie dem Leichnam des Erlösers widmete1). Urkunden, die sich unfreundlich über die Juden äussern, sind nicht selten in der Weltgeschichte. Man muss aber mehr als ein Jahrtausend bis in die Tage des römischen Kaisers Theodosius II., der den Juden die bürgerliche Ehre nahm, zurückgehen, um für den giftigen Judenhass, der in dem Schriftstück des Königs Ladislaus vom 7. Mai 1454 zu zügellosem Ausdruck kam, ein Seitenstück zu finden2). In Striegau wurde die Synagoge in eine Kapelle verwandelt und der hl. Barbara geweiht3). Als dann König Ladislaus zur Huldigung nach Breslau kam, verbriefte er am 30. Januar 1455 den Rathmannen und Bürgern der Stadt auf ihre redliche Bitte das Recht, der Jüdischheit ihre Wohnungen in Breslau zukünftig nimmermehr zu gönnen und zu gestatten für ewige Zeiten4). Aehnliche Gunst und Gnade erhielten die von Löwenberg und Schweidnitz. Am 7. März 1454 gab der König dem Rath und der Gemeinde von Löwenberg5 *) und am 18. April 1454 den Behörden von Schweidnitz15) die Zusicherung, dass sie wegen des Gefängnisses und der anderen Handlungen an den Juden von männigliches Einspräche bei Juden und Christen quitt und ledig sein und bleiben sollen. Für die Schweidnitzer kam am 26. Juli 1457 noch das Vorrecht hinzu, dass dort ein Jude weder selbst wohnen noch in Zukunft jemals aufgenommen werden dürfe7). Die dankbaren Schweidnitzer verewigten später zur Schmach der Juden das Mirakel in einem grossen dreitheiligen Wandgemälde der Herz-Jesu-Kapelle ihrer Pfarrkirche8). Für wen aber das jetzt noch vorhandene Bild eine Schmach sei, kann heute nicht mehr fraglich sein. 1j Helbing, S. 149. Neuling, S. 292. 3) Schweidnitzer Stadtarchiv, Priv. gen., 1. Abth, Sectio II, Membrum V, Divisio I, No. 2 Or.-UrU. Bei Schmidt I, 159 kann man das Schriftstück in deutscher Uebersetzung lesen. 3) Vgl. oben S. 30, Anm. 14. Neuling, S. 314, notirt, dass 1463 in einer Urkunde des Bischofs Jodocus von Breslau die Kapelle und der Altar der heiligen Barbara erwähnt wird. 4) Stadtarchiv K. 8 b, gedruckt bei O., S. 87. 5) Wese mann, Urk. 43. מ) Schweidnitzer Stadtarchiv a. a. O., No. 4. ד) Schweidnitzer Stadtarchiv a. a. O., No. 6. 8) Die bildliche Darbietung beruht, wie am unteren Rande angegeben ist, auf dem Bericht Nasos im Phönix redivivus (Breslau 1667), S. 120 f., stammt also wohl aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, d. h. aus der Zeit, in der die Jesuiten den religiösen Frieden in Schweidnitz handhabten. [Görlich], Versuch einer Gesch. d. Pfarrkirche zu Schweidnitz (Schweidnitz 1830) spricht von dem

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