Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1907-01-01 · 1907 · page 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1907
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2720904-2721003--35-2725324
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

138 schenkte der König den Bürgern die Grundstücke der Ausgewiesenen1) und in Schweidnitz noch dazu den Todtenacker2). Die Schweidnitzer Synagoge erhielt die Geistlichkeit und Hess daraus eine Kirche erdie sie am Freilag, 22. October 1456, nach ihrem Tode für das Kloster der Augustiner Chorfrauen zu St. Jacob auf dem Sande bestimmt hat. (Staatsarchiv, Augustiner Chorfrauen, A. 62). — Ueber den Friedhof vgl. oben S. 58, Anm. 4 u. S. 88. Einen Antheil daran besass eine Zeitlang die Familie Glatz (vgl. oben S. 121, Anm. 1). Am 30. September 1425 bekannte Margarethe Gloczinne (vgl. Cod. dipl. Sil. IX, No. 849) und ihr Sohn Johannes (oben a. a. O.), dass ihnen Alexius Bankow (st. im Mai 1454, Cod. dipl. Sil. XI, 90, 1) für ihren Antheil am Judenkirchhofe ״hier vor der Stat gelegen“ 38 Mk. baar bezahlt habe (Stobbe in Z. VII, 357), und am 21. Februar 1439 bestätigt König Albrecht dem genannten Alexius Bank, dass er u. A. mit Recht im Besitz eines Zinses ״vff den Judenkirchhoue, genannt die Graupengasse״ sei (Klose, HH. 10a). Im Jahre 1479 gelangte das Grundstück durch Heirath an den Bürger Peter Girdan. Im Jahre 1495 beauftragte König Ladislaus den Kanzleischreiber Ambrosius Mülfer, den Judenfriedhof von den Brüdern Girdan einzulösen und erblich für sich zu behalten. Nach einigem Besitzwechsel kam er dann an die Familie Hornig, und am 16. December 1569 wurde dann Jacob Hornig zu Lyssa alleiniger Besitzer dieses ״Gartens vor dem Ohlauischen Thor auf die rechte Hand vom Stadtgraben, der Judenkirchhof genannt“ (Stadtarchiv Klose, SS. 53). *) Beiträge zur Beschreibung Schlesiens, S. 269. Bergemann, Löwenberg, S. 602. Es soll geschehen sein, als der König auf seiner Reise nach Breslau in Löwenberg war. Das war am 4. December 1454 (Z. XI, 210). 2} Urkunde d. d. Prag, 7. März 1454, in einem Vidimus des Breslauer Rathes vom Jahre 1456 (Schweidnitzer Stadtarchiv, Priv. generalia, 1. Abth., Sectio II, Membrum V, Divisio I, Nr. 3). Es heisst darin: .... quum . . . cives et incole ciuitatis nostre Swidnicz ... in alendis perfidis judeis, quos captivitas digna constringit [1.: constrixit] expensas plurimas habuerint . . . civibus cet . . . damus . . . domos omnes in dicta civitate sitas, que fuerunt hactenus judeorum, ac eciam agrum apud dictam civitatem, in quo mortuos suos consuerunt sepelire judei, volumusque, ut domos ipsas et agrum cives prefati .. . pleno jure possideant (vgl. oben S. 134, Anm. 1). Wie mit dieser Urkunde die Vergebung des ״wegen der Judenverwirkung an den König verfallenen Judenfrevthoffs zur Schweidnitz“ an Dyprand Reibnitz durch König Ladislaus, d. d. Prag, Fr., 23. November 1453 (Schweidnitzer Stadtarchiv a. a. O., Nr. 1) zu vereinbaren ist, ist nicht ganz klar. Vielleicht ist eine den Widerspruch aufklärende Urkunde verloren gegangen. Die Judenhäuser wurden dann am Dinge von Johanni 1455 vom Rath beim Stadtgericht zum Verkauf ausgeboten (Schweidnitzer Stadtarchiv a. a. O., Nr. 5). Aus erhaltenen Schöppenbriefen ersehen wir, dass noch in demselben Jahre Hannos Seyfried, Mich. Zinkelers, Nikel Neumann und Nikel Schabts (a. a. O., 1. Abth., Sectio X, Divisio II, 1. Repos., III. Alphab. Lit. G. Nr. 7. 8. 9. 10) und im Jahre 1457 Bernhard Kocher Häuser auf der Judengasse besassen. Später kaufte der Rath die Judenhäuser zurück und errichtete auf dem Grunde den Marstall (vgl. die Urkunden von 1457, 1458 und 1474 das. Lit. H., Sectio X, Divisio I, Membr. I, Nr. 12 a, b, c, d). Ueber die Lage der Judengasse s. oben S. 28 f. und des Judenfriedhofs S. 34, Anm. 6.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.