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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1907-01-01 · 1907 · page 30

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1907
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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IRI
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132 erblindeten. Darauf beschlossen sie, zwei andere Stück da^ von an Jacob Mossze durch1) Israel Kaule für die Juden in Schweidnitz und zwei Stück dem Lathmo und Salomo in Oels zu übergeben. Auch gaben sie vier an Isaak Jacob, Als ich dann nach Schweidnitz kam, fragte ich Israel, ob er den talus2), d. h. den gekreuzigten Christus, habe. Er sagte ja und fügte hinzu, dass er ihn auch nach anderen Städten zur Verspottung schicken wolle. Die Namen der zehn Juden, die in der Synagoge anwesend waren, als man die genannten Hostien brachte, waren: Salomo Rabi, Abraham, Tonemann, Isaak, Meyer, Fochset, Sadock, Salemlechem, Slimchen und der Glöckner3). Als die erwähnten Juden mit der vorerwähnten Büchse in die Synagoge kamen, sangen sie im Chore: Wer Göttern opfert ausser Gott allein, soll gebannt werden4)״. Dieses Bekenntniss wurde abgelegt in Gegenwart des Kgl. Bevollmächtigten Jacob Storch5) aus Wien, der Rathsmitglieder Valentin Haunolth6) und der beiden bereits erwähnten getauften Juden. Die im Eingang der Urkunde angekündigten Unterschriften des Notars und der Richter, zu denen zweifellos Capistrano gehörte, sind nicht mitgetheilt. Den gleichen Aberwitz, den zu wiederholen sich nicht verlohnt, bekannte am Montag, 9. Juli, in einem Gemach der Kgl. Burg Sweman von Schweidnitz öffentlich und freiwillig und gänzlich ungefoltert, d. ti. selbstverständlich nur bei diesem ״ (יper Israel Kaule.“ Aus der Präposition ״per“ ist im Abdruck der MPH., dem ich bei der Anfertigung des Anhangs gefolgt bin, ein Mann, Namens Per, geworden, der nunmehr S. LVI, Nr. 86, zu streichen ist. 2) Richtig: tälüj (תלד). Das hebräische Wort ist nichts weiter als die richtige Uebersetzung von crucifixus. Schon Agobard (de insol. Judeorum, c. 4, bei Migne 104, 72 ff.) hielt es fälschlich für eine beschimpfende Bezeichnung. 3) Vgl. Anh. III, G. I, NNr. 91. 14. 44. 74. 107. 96. Tonemann (oder Jonemann), Fochset, Slimchen sind wahrscheinlich geradeso wie Salem lechem aufs Gerathewohl von dem Gefolterten erfundene Namen: Schalom alechem ((שלים עליכם ״Friede mit Euch“ hat gewiss niemals ein Jude geheissen. 4) Die Bibelstelle Ex. 22, 19 kommt in keiner einzigen bekannten liturgischen Ordnung zur Verwendung. 5) ״Jacob Storch, eyn burger von Wyene, eyn wol erhalden manw, wird auch im Striegauer Stadtbuch (Z. VI, 378) genannt. In den Urkunden kommt er sonst nicht vor. Vgl. oben S. 129, Anm. 6. ®) Cod. dipl. Sil. XII, 31. 102, 1. Er war ein glühender Verehrer Capistranos und bestimmte später eine ansehnliche Summe zu einer Kapelle, die genau an dem Orte zu errichten sei, wo der fromme Vater Capistran so lange krank gelegen habe (SS. rer. Siles. III, 253. Markgraf, Z. XI, 250). Er starb, am 3. October 1465 (Z. IX, 378).

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