Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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m ihm auf den brennenden Scheiterhaufen zu folgen, wenn der Mönch ohne List und Trug ihm vorangehen und der Kaiser dafür bürgen wollte, dass alles nach Fug und Recht vor sich gehen werde. Jede Möglichkeit war dabei ein Gewinn für den gottesfürchtigen Mann und seine treue Glaubensschaar. Rettete ihn der Gott der Väter, auf dessen wunderthätige Hilfe er felsenfest vertraute, und strafte er zugleich den frevlen Uebermuth des Mönches, so war vor aller Welt der Name des lebendigen Gottes geheiligt. Und misslang die Probe und fanden beide in den Flammen ihren Tod, so war wenigstens im Augenblick der Rest Israels von weiterem Unheil befreit. Der Mönch hielt auch in diesem Fall die Vorsicht für die bessere Tugend und setzte seine Reise fort1). Seine Hoffnung, die Hussiten Böhmens durch die Macht seiner Persönlichkeit im Sturme zur Papstkirche zurückzuführen, ging nicht in Erfüllung. Dafür trösteten ihn seine Erfolge in Sachsen, der Lausitz und Schlesien, und besonders in Breslau. Hierher zog er auf eine Einladung, die der Bischof Peter Nowak im Einverständniss mit dem Rath an ihn ergehen Hess. Er habe von den Wundern gehört, schrieb er an ihn, die er durch die Gnade Gottes und die Verdienste des hl. Bernhardin verrichtet und durch die er viele vom Unglauben zurückgeführt habe. Auch in Breslau seien Manche arg von Ketzerei befleckt. Er bitte ihn daher inständigst, hierher zu kommen und durch seine Predigten, Gebete und Wunder die Irrenden zum Wege der Wahrheit zurückzubringen und für ihr Seelenheil zu sorgen2). Als dann Capistrano die Zusage erhalten hatte, dass in der Stadt eine neue Kirche und daneben ein Kloster seines Ordens gegründet werden solle, entschloss er sich zu dieser Reise3). Am Fastnachtsdienstag, 13. Februar 1453, kam er vor dem Nicolaithor an4) und wurde von der Stadtgeistlichkeit und ג) LJ. II, 50 Capistrano war in Wiener Neustadt vom 31. Mai bis 6. Juni 1451 (Christoph von Varese, S. 127) und wurde dort von Kaiser Friedrich in feierlicher Audienz empfangen. (Am. Hermann, S. 322, wo wahrscheinlich Pridie Kal. Junias [statt Julias] zu lesen ist.) In diese Zeit scheint mir das Ereigniss zu gehören. Güdemann a. a. O. möchte freilich an Capistranos zweiten Aufenthalt in Wiener Neustadt Februar/März 1453 (Jacob I, S. 120) denken, vgl. auch LJ., Einl. S. IX, Note 19, wo 1450 sicher ein Irrtum ist. 2) Schles. Kirchenblatt 1848, S. 293. Schles. Prov.-Bl., Bd. 129, S. 50. Heyne III, S. 568. 3) Die Quellennachweise bei Markgraf, Gesch. Schlesiens und besonders Breslaus unter König Ladislaus Posfhumus Z. XI, 241 ff. 244 ff. 4) Die Quellen für die Breslauer Vorgänge sind ausser den bei Oelsner, S. 76—88, gedruckten Urkunden: 1. der Bericht des Striegauer Stadtbuches,