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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1907-01-01 · 1907 · page 16

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1907
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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IRI
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118 sprach, wie sein Ordensbruder Matthias Döring berichtet1), und gestand selber gelegentlich einmal im Vertrauen ein, dass man mit verstockten Ketzern überhaupt nicht streiten dürfe, sondern vielmehr sie scharf anfassen, ihre Güter mit Beschlag belegen und die härtesten Bussen zu ihrem Heile auf sie häufen müsse2). Niemand wird sich unter solchen Umständen wundern, dass die Juden am ganzen Leibe zitterten, wenn sie nur den Namen dieses Menschen nennen hörten3). deren Ausrottung beabsichtigt hat und sich zu einem Redekampf bereit erklärt und dann sein Wort zurückgenommen hat (עוד אמר הרב הריאטי דל וברון קצת טפנותי נגד האח הצורר דידוע אשר חרף ברומי מערכות ד׳ בדרשותיו ובקש להשמיד ואמר להתווכח וחזר בו). Der אח הצורר הידוע ist, wie schon Berliner, Gesch. d. Juden in Rom (II, 1,73) richtig erkannt hat, kein anderer als Capistrano. Ganz ebenso wird er übrigens in den zeitgenössischen Quellen cod. Haiberst. 231, fol. 161a (mitgetheilt von Kaufmann in REJ. XXIII, S. 251 ff.) bald הצר הצורר אח יואני דקפישטראני, bald nur הצר הצורר oder צורר היהודים genannt. An eine Disputation mit einem unbekannten Dominikaner (Graetz VIII3, 159) oder an eine solche mit dem Bussprediger Roberto da Lecce oder dem päpstlichen Secretär Giannozzo Manetti (Rieger a. a, O., S. 73) oder gar an eine ״siegreiche Wiederlegung“ (Misverständniss von יחזר בו) dieser Kleriker, über die sonst keinerlei Nachricht vorliegt, ist nicht zu denken. Von Capistrano aber erfahren wir wiederholt, dass er mit Juden Religionsgespräche abgehalten habe (Vita et gesta, S. 96. Wadding XII, S. 64. AA. SS. a. a. 0., S. 291. 449. 499. Am. Hermann, S. 249 ff.). Sein Ordensbruder Christoph von Varese will sogar wissen, dass er ״in civitate Romana . . . principalem eorum rabi sive magistrum . . . baptisari fecil“ (S. 96). Die Späteren nennen diesen Rabbi von Rom ״Gamliel“ und Am. Hermann, a. a. O., hat sogar als seine Privatarbeit (AA. SS. a. a. O., S. 450, Note 1) ein seichtes Geschwätz zusammengestellt, das er für die Disputation seines Helden mit diesem R. Gamliel ausgiebt. Da es nun einen Rabbiner, Namens Gamliel, in Rom damals ganz sicher nicht gegeben hat, so kann Rieger (a. a. O., S. 14) vielleicht Recht haben, wenn er meint, dass ein um jene Zeit in Rom lebender minderwerthiger Jude, Gamliel b. Salomo, eine Art Büchertrödler oder Makler, damals von Capistrano zur Taufe überredet worden sei. Von Capistranos Lobrednern ist dann nachträglich dieser Abtrünnige zum ״principalis in civitate Romana rabi sive magister“ promoviert worden. נ) Sicque praetensus apparuit, sagt er, ut verbum sibi contrarium ferre non posset (Mencken, scriptores rer. German. III, 19, citirt von Jacob I, S. 187, Note 142). 2) Parcite quaeso, schreibt*Capistrano in einem Brief, d. d. Bruck in Böhmen, 17. Mai 1452, nunquam in jure legi, hereticos praemiandos, sed acriter cruciandos, eorum bona confiscanda et poenas varias et acerrimas in eosdem cumulandas cet (Am. Hermann, S. 384). 3) Igitur universi judei solo ejus nomine audito vehementer pavebant, versichert Christoph von Varese (S. 97).

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