Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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114 lehrten Zeitgenossen mit grosser Hochachtung genannt wurde1) und mit seinen Schülern2) ßeissig den Studien oblag. Ein Massstab für die Lebhaftigkeit des allgemeinen Interesses an diesen ernsten Be- Strebungen ist der erstaunlich umfangreiche Bücherbesitz der Gemeinderhitglieder3). Auch für die sonstigen Bedürfnisse der Gemeinde war hinlänglich gesorgt. Für den Synagogendienst gab es zwei Vorsänger4) und einen Glöckner5). Zwei Schreiber6) versorgten die Andächtigen mit Gesetzrollen, Andachtsbüchern, Gebetkapseln und Pfosteninschriften. Zwei oder drei Metzger ernährten sich kümmerlich vom Fleischhandel7). Sie waren arme Leute und den Christen tief verschuldet8), weil der Absatz des rituell unbrauchbaren Fleisches ihnen ungemein erschwert war. Einer von ihnen hielt eine Herberge für dass kein Grund vorliegt, für RGA. J. Weil, No. 34—37, einen anderen Adressaten als für die übrigen Stellen anzunehmen. Die sachliche Beziehung zwischen No. 21 und 34 ist für unsere Frage m. E. belanglos, und dass 1“מה״ר אברהם יצ, der Adressat von Nr. 21, etwa gar mit dem in Nr. 34 gelegentlich erwähnten מהר״א ב״ץ ז״ל zu identificiren wäre, wird kaum annehmbar erscheinen. *) R. Jacob Weil, der mit Titulaturen sparsam ist, nennt ihn גברה דבולא גדה (Nr. 108), •רבא רעמיה עמיד הימיני (Nr. 172), גברא רב-א (Nr. 175), טובייני דחכימי (Nr. 178). 2) Es werden uns genannt: ״eyn schuler Jacob* (vielleicht Anh. S. LI, Nr. 54), der im zehnten Hause der Judengasse bei Abraham von Oppeln (Anh. S. XLIV, Nr. 14) wohnte, und im vierzehnten Hause des Isaak Jacob (vgl. Anh. S. IL, Nr. 44 und L, Nr. 49) ״czwen Junge schuler, eyner von der Neise, der andere von der Sweidnicz“ (Stadtarchiv K. 17 b H. 5, fol. 6a). 3) Bei der Michelynne Judynne standen ״Yn eynem Kastin vil Judissche bucher“ (a. a. O. K. 17 b, 6, la), ״in camera Jordan Juden (Anh. S.LII, Nr. 63) 1 kastin mit Jüdischen buchern“ (das. 2a), bei der ״lea judynne de Nisa 18 jüdische bucher“ (das. 4a.) und ebenso viele grosse und kleine bei Elias (Anh. S. XLVI, Nr. 31, vgl. O. 80). Beim ״juden Fleischer Salomo“ fanden sich ״vier jüdische bucher“ (das. 4 b). ״Eyn Buch, die Biblia“, besass Abr. Meissner (Anh. S. XLIII, Nr. 11). Aus PI. 69 ist ersichtlich, dass der Besitz ein ansehnliches Vermögensobject bildete. Ob bei den christlichen Zeitgenossen auch nur annähernd ähnliche Zustände herrschten, wird mit Fug bezweifelt werden dürfen; vgl. Grünhagen I, 411 ff. 4) Cadzim cantor und Jacob filius cantor (beide sind im Anhang nachzutragen) wohnten im dreizehnten Hause (K. 17 b, 5, 6a). 5) Symon der Giockener wohnte im vierten Hause retro synagogam (oben S. 87, Anm. 6, Anh. S. LVIII, Nr. 96; Stadtarchiv K. 17 b, 5, 6 a). 6) Meyer scriptor (im Anhang S. LV nachzutragen) wohnte im neunten und Mosche ein Schreiber (vielleicht Anh. LV, Nr. 80 oder 81) im fünfzehnten Hause (Stadtarchiv a. a. O.). 7) Salomo carnifex (im Anhang S. LVII nachzutragen) wohnte im neunten und Mosche des ffieischers (vielleicht Anh. S. LVI, Nr. 84) eydem Smohel carnifex (Anh. S. LVIII, Nr. 100) im dritten Hause (Stadtarchiv a. a. O.). 8) Stadtarchiv a. a. O., fol. 8 a b.