Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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110 nachher noch immer einige Juden. Das waren die wenigen Millionäre, die auf ein gewisses bescheidenes Mass von Rücksicht1) rechnen durften, weil in diesen unruhigen Zeiten die Fürsten2), die geistliehen3) und weltlichen Herren4) und die städtischen Obrigdass in Löwenberg im Jahre 1452 eine Judenaustreibung erfolgt wäre, beruht wohl auf einer Verwechselung mit dem Jahre 1453 (Bergemann S. 602). ג) Vgl. oben S. 1G7, Anm. 2 und unten S. 112, Anm. 1 und S. 113, Anm 1. 2) Zur Ergänzung der Nachrichten über die Geldgeschäfte der Juden (oben S. 90—93) stelle ich hier, und zwar zum grossen Theil nach Archivalien, die erst in den letzten Jahren zugänglich geworden sind, weiteres Material zusammen, das nach der Natur dieser Studien bei noch sorgfältigerer Repertorisierung namentlich der Urkunden in den städtischen Archiven gewiss noch weitere Vermehrung erfahren wird. Herzog Heinrich von Liegnitz und Brieg (IX, 10) stellte am 30. September 1382 dem Juden Menlyn und seinen Brüdern (im Anhang vermuthlieh s. v. Brieg S. XXXII oder s. v. Liegnitz S. XXXIX hinzuzufügen) eine Schuldurkunde über 300 Pr. Groschen aus (Rep. d. Wiener Staatsarchivs Nr. 117). — Am 4. April 1420 erklärt Abraham von Münsterberg (Anh. S. XLIII, Nr. 13), dass er von Herzog Hans von Münsterberg (IV, 22) nur zwei Schuldbriefe in Händen habe, und an demselben Tage erklären Baczyna, des Mosche Weib, den derselbe Herzog Hans gefangen hatte, und des Mosche Bruder, dass sie die Verrichtungen, die sie mit dem Herzog getroffen hätten, unverbrüchlich halten wollen (Staatsarchiv D. 384b § 68. 69). — Am 24. Juni 1435 schuldet Herzogin Elisabeth (IX, 22) den Juden Franczke Meysner (Anh. S. XLVIII, Nr. 39) und Schäpcz (das. LVIII, Nr. 95) 81 ung. Gulden (F. L. B. W. I 7g, fol. 1) und am 18. März 1437 dem S.hepcz juden fa. a. O.) und Hadassa und Jordan (das. LII, Nr. 63) 70 ung. Gulden und 10 Mk. böhm. Gr. (F. L. B. W. I 7 g, S. 35 b). 8) Bischof Konrad hat am 27. Februar 1440 von dem Juden Lazar von Schweidnitz (Anh. S. LXIV, Nr. 16) 200 Gld. geliehen, um die Schlösser Nimptsch, Ottmachau und Wirbis aus der Hand der Hussiten zu befreien (bDA. Or.-Urk.).— Am 12. Februar 1447 gelobt er, dem Juden Kuschiel von Troppau (Anh. S. LXV, sub XVI, 1) 60 ung. Gld. zu zahlen (Klose II, 2, 72 nach Dipl. B. C. 157, wonach S. 91, ZI. 3 v. o. und Anh. a. a. O. zu berichtigen ist). — Bischof Peter schuldet den Juden Abraham von Oppeln (Anh. S. XLIV, Nr. 14) und Ichel v. Breslau (das. S. XLVIII, Nr. 43) am 9. Februar 1448 fünfzig Gulden (BDA.) und am 17. März 1451 ebensoviel dem Juden Abraham, Sohn des weissen Salomon (wohl mit Anh. S. LXII sub IX, Nr. 3 identisch) zu Neiße (Or.-Urk. BDA.). 4) Im Jahre 1391 sind die Brüder Johann und Peter Siczin in Strehlen einer Jüdin und deren Eidam Geld schuldig (Staatsarchiv D. 384b § 1). — Am 9. Dezember 1401 hatte Conrad Schönhaw in Strehlen bei dortigen und bei Ne iß er Juden Schulden (Staatsarchiv das. § 3). — Am 19. Juli 1407 haben Albrecht Czetheras, Hauptmann von Strehlen, und sein Schwager Dietrich von Manow ihre Schulden bei dem Juden Jacob von Krappitz (Anh. S. XXXIX zw. No. VI u. VII nachzutragen) getilgt (St.-A. a. a. O. § 9), und am 30. November zahlt derselbe Albrecht Czetheras 13 Mk. an den Juden Jacob von Neiße (im Anh. S. XXXIX hinter Nr. VIII nachzutragen. StA. das. § 10). — Am 10. Juli 1420 erklärt Abraham von Münsterberg (Anh. S. XLIII, Nr. 13), dass Nickel Hund in Strehlen die ihm schuldige Summe bezahlt habe (StA. a. a. O. § 63) und am 13. Dezember