Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2720904-2721005--59-2725270- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
im Hinblick auf den Materialismus, die Unwissenheit und Verblendung seiner Zeitgenossen nicht für angezeigt, sich in positiven Aussagen über diesen Punkt zu ergehen187), und will sich vielmehr auf eine allgemeine Bemerkung beschränken. Jedes Ding, sagt er, strebt nach dem Elemente zurück, dem es entstammt, und kommt erst dann zur Ruhe, wenn es dieses Ziel erreicht, weil kein Ort ihm angemessener ist, als der Ort seines Ursprungs. Dieses Gesetz gilt von allen Dingen ohne Ausnahme, sowohl von den körperlichen, als auch den geistigen, weil es in der Natur aller Dinge gelegen ist, nach Vereinigung und Sammlung zu streben, hingegen die Trennung und Vielheit zu fliehen. So zerstreuen sich auch beim Tode die Grundstoffe, aus denen der Körper zusammengesetzt ist, und kehren ein jeder zu den verwandten Elementen zurück, und ebenso strebt die Seele nach ihrer Heimath188). Wenn jedoch die Seele nicht nach Selbst- Vervollkommnung und Erkenntniss gestrebt und den Zweck nicht erfüllt hat, um dessentwillen sie geschaffen wurde, dann besitzt sie nicht mehr ihre ursprüngliche einfache und intelligible Natur und vermag nicht in die Heimat zurückzukehren, da sie nach derselben keine Sehnsucht mehr empfindet, sondern nur nach dieser Welt, weil sie die intelligible Welt nicht mehr kennt und noch viel weniger deren Schönheit und Vollkommenheit. So gleicht sie einem Wanderer, d$r den Weg nicht zurückfinden kann, den er gekommen, weil sie durch die ausschliessliche Richtung ihres Strebens auf diese Welt ,למי שלא הדין שכלו אלא באכילה ושתייה וכי. ueber הדיין vgl. Mikr, Einleit., s. xv. Bei der Schriftstelle aus Exod. denkt Ibn Saddik an eine Aeusserung in Berachot 17 a, vgl. Mikr.s. 79 תורות a.a.o.:וכן אמרו החכמים ז״ל שהצדיקים יהיו כמלאכים ואיר השכינה יקום להם במקים האכילה וכר והביאו ראיה ממאמר הכתיב ויחזו את האלהים ויאכלו וישתו. Ibn Saddik hat mit dem Verf. von 'תורות דינ in dem einen Kapitel so viele Belegstellen gemeinsam, und auch inhaltlich zeigt sich eine so grosse Verwandtschaft, dass der Eine dem Andern als Vorlage gedient zu haben scheint, oder es haben Beide aus einer Quelle geschöpft. 187) Mikr. das., Z. 7. Vgl. die abfällige Schilderung S. 1, Z. 10; S. 44, Z. 10; S 74, Z. 8. 188) Mikr., s. 77: דט שכל דבר מן הדברים וכל נמצא מן הנמצאים ישתוקק ליסודו אשר ממנו חוצב כמו האבן כשישאו אותה וכר וכן ההקש בכל דנמצאים הרוחאניים והגשמיים שאין דבר מן הדברים יאהב להתרבות ויתפרד אבל הדברים ירצו להתייחד ויתקבצו וכן בשמת המיתה ישוב כל תבנית לתכניתו וכר, vgl. תורות הנפש, S. 29, wo dieser Gedanke Ausgangspunkt ist für den Beweis der Unsterblichkeit: ומתה ברצונינו לבאר דרך השארת הנפש אחר הגוף בראיה ברורה ונאמר הדברים המורכבים מן היסודות ישובו אל יםודותיהם והנפש ג״ב חשוב אל יסודה. Hermes, An die Seele, S. 41, knüpft an diesen Gedanken einen Vorwurf an die Seele, dass sie, ihres Ur- Sprunges nicht eingedenk, sich an die zeitlichen Güter klammere und in dieser Weit zu verbleiben strebe, während alle Dinge von Natur die Heimath der Fremde vorziehen und zu ihrem Element zurückzukehren verlangen.