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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 199

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 199 (sequence 55)
Language
German
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— 19£ — Ebenso hat die längere Beweisführung, dass Gott den Menschen nur zu seinem Heile geschaffen habe, keinen anderen Zweck, als darzuthun, dass Gott nicht etwa der Seele ein Unrecht zugefugt habe, indem er sie in den Körper versetzte169). Der heilsame Zweck aber, um dessentwillen der Mensch geschaffen wurde, ist, wie er an dieser Stelle weiter ausführt, die jenseitige Glückseligkeit, die der Mensch durch sein Verhalten erwirbt170). Es können nicht zeitliche gewisse Kräfte in der Seele verborgen bleiben würden, wenn sie im Intelligiblen verharrte. Auch könnte man hier vielleicht den Gedanken finden, dass die Seele um des Körpers willen herabgestiegen sei. Dies heisst so viel, als dass gewisse Kräfte in der Seele latent bleiben würden, wenn sie nur im Intelligiblen verharrte und gerade durch die Vereinigung mit dem Körper zum Vorschein kommen, es bedeutet aber zugleich, dass die Seele auch um des Körpers willen herabgestiegen sei, damit auch er, wie es in der oben S. 46, A. 87, aus den Lauteren Br. citirten Stelle heisst, bei seiner Empfänglichkeit für die Vollendung nicht in defectem Zustande bleibe, damit also auch das Sinnliche vom Geistigen durchleuchtet werde und an demselben Theil habe. Es wurde ferner geltend gemacht, dass die Seele gerade dadurch, dass sie den Gegensatz, die Natur des Bösen kennen lerne, um so mehr den höheren Werth der intelligiblen Welt zu schätzen weiss und ihrer eigenen Würde sich bewusst wird, vgl. die oben aus der Theolog., S. 75, angeführte Stelle. Diese verschiedenen Gesichtspunkte fasst der Verfasser von תורות הנפש, S. 82, zu• sammen: הנה ירידת הנשמה אל העולם הזה היא לפנים שונים הפן הראשון הוא להפהיר מה שיש בו מן הדברים הטהורים ובר והשני לדעת מעלת עולמה ע״י קרבתה אל העולם הזה ובר והשלישי לנסות דברי העולם ולטעום מכאוביהם בדי שתראה ותדע מדת עונג אשר היתד. בו וכר והרביעי להטהיר הנפשות האחרות. Nur eine Anwort lässt er unberücksichtigt, offenbar weil sie mit dem jüdischen Standpunkte nicht gut verträglich schien, die Antwort nämlich, dass jenes Herabsteigen der Seelen in die niedere Welt nach einer gewissen Nothwendigkeit erfolge. Hingegen verschmähen diese Antwort nicht die Lauteren Br. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen, müssen die Seelen, einem inneren Drange gehorchend, zur Erde niedersteigen, oder, wie der bezeichnende Ausdruck lautet, sie werden von Geburtsschmerzen ergriffen, S. 549: olLJL3 tuJ» Das ist der charakteristische Ausdruck auch bei Plotin IV, 3. 13 010 v ßp'ffovTa st; qütou; xal 7ük009־ j|1..av ip.7c010׳>vz« xai u)0fva ixsl iX8־s1v, vgl. Theol., S. 5. m) Mikr., s. 61: שלא ימלט יצירתו ליצירת מאחד מארבעה פנים או שבראם לטובתם או לרעתם או לטובתם ולרעתם יחד או שבראם לא לטובתם ולא לרעתם. Ibn Saddijk erörtert diese veschiedenen Möglichkeiten und kommt zu dem Resultat, dass die zuletzt genannten drei ausgeschlossen seien, weil man Gott weder Ohnmacht, noch Ungerechtigkeit, noch ein zweckloses Thun zuschreiben könne. Die ganze Erörterung, namentlich die nähere Begründung, warum Gott kein Unrecht thun könne, erinnert an den Kalam, wie bereits oben S. 159 bemerkt wurde. Daraus, dass es Ibn Saddik überhaupt für nöthig findet, die Ansicht, dass Gott den Menschen zu seinem Unglück geschaffen habe, zu widerlegen, ist zu entnehmen, dass eine solche Ansicht thatsächlich geäussert wurde, wie das Saadia Em., S. 98, ausdrücklich bemerkt mit den Worten: ואמת בלבם כי הרע לה, Vgl. oben S. 43, A. 80. ״#) Mikr. das.: להשיג הטוב האמתי ולהיותם בנועם העולם הבא.

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