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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 198

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 198 (sequence 54)
Language
German
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IRI
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198 die Gerechtigkeit, die Hoffnung, die Bescheidenheit165). Zwei von den genannten Tugenden, nämlich die Gerechtigkeit und die Bescheidenheit, werden daher auch vom Propheten Sefanja 2, 3 besonders hervorgehoben. Die Erkenntniss und Hoffnung, welche nicht erwähnt werden, sind eine nothwendige Voraussetzung für das Vorhandensein der beiden ersten und brauchten darum nicht besonders genannt zu werden166). 5. Kapitel. Ueber den Zweck der Verbindung zwischen Seele und Leib, die Fortdauer der Seele nach dem Tode und die Vereinigung derselben mit der intelligiblen Welt. Vom Standpunkte Ibn Saddiks, der offenbar die Präexistenz der Seele annimmt, da er sie als einen Theil der Weltseele betrachtet, lag offenbar die Frage nahe, was denn die Seele dazu bestimmt, den Urquell der Seligkeit zu verlassen und aus ihrer jenseitigen Existenz in das zeitliche Dasein zu treten, oder wenn sie es nicht aus eigenem Antriebe thut, warum Gott sie gleichsam in die Bande des Leibes schlug, sodass sie in alle Uebel und Leiden desselben mit verstrickt wird. Diese Frage wird nun zwar von Ibn Saddik nicht direct aufgeworfen, doch wird sie von ihm in mancherlei Wendungen gestreift. Auch wir haben diese Frage bereits oben indirect berührt 167), besonders aber gehört hierher die Bemerkung, dass gerade im Körper die Vollkommenheit der Seele und die Vortrefflichkeit ihrer Wirksamkeit offenbar werde, was an eine der vielen Antworten erinnert, die von neuplatonischer Seite auf unsere Frage gegeben wurden168). 165) Mikr. das.: איה מדות נפש החכמה כבו שיכרו הפילוסופיים סהם ארבעה שאם תרגיל בהם ותדרוך בהם תהי׳ סבה להצלתם [להצלתה .1] והם ארבע מדות האחת המדע והשנית הצדק והשלישית התוחלת והרביעית הענוד,. Das sind die vier Cardinallugenden Plato’s. Die auffallende Bezeichnung von ענוה und תוחלת für atucppoauvirj und dvtyda beweist, dass Ibn Saddik nicht mehr die richtige Vorstellung von den genannten Tugenden hatte, und dass er die platonische Anschauung nicht unmittelbar aus der Quelle selbst kannte, vgl. Mikr., Einleitung VI, A. 27. Eine Abweichung von Plato zeigt sich aber auch darin, dass er alle vier Tugenden der rationalen Seele zuschreibt, während Plato dieselben auf die drei Vermögen vertheilt. Der Verfasser von תורות הנפש verfahrt nach der platonischen Eintheilung und sagt a. a. 0.: וכל יסודי מקרי עצם הנפש הם ארבע מדוח טובות מדת החכמה והיא מדת הנפש השכליית ומדת הגבורה והיא מדת הנפש החיונית והצניעות והיא מדת הנפש הצמחית וכאשר נשתוו אלו השלש מדות כשלש הנפשות ובו׳. 168) Mikr., das. 187J Siehe oben S. 193. 168) Mikr., s 37: חסר הופקד עליו להנהיגו [nämlich der Körper] ומפני היותו עצם שלם שיראה בו שלמות העצם הזה ומיטב פעולתו. Damit ist ausgesprochen, dass

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