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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 197

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 197 (sequence 53)
Language
German
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IRI
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197 Während das, was bisher über die Denkseele gesagt wurde, zumeist an neuplatonische Anschauungen, manches auch an Aristoteles erinnerte, werden wir durch die nun zu erwähnende Aeusserung plötzlich in einen ganz anderen Gedankenkreis versetzt. Diese Aeusserung betrifft die Accidenzen der Denkseele. Da die Seele Substanz ist, sagt Ibn Saddik, und es zum Wesen der Substanz gehört, Gegensätze in sich aufzunehmen, so muss auch die Seele Accidenzen in sich tragen, aber sie sind, wie sie selbst, geistiger Art. Als solche Accidenzen sind zu nennen: die Erkenntniss, die Liebe, das Gute, die Gerechtigkeit und ähnliche163). Auf den selbst gemachten Einwand, warum er nicht auch das Gegentheil von den genannten Eigenschaften: die Unwissenheit, das Unrecht, das Böse u. s. w. nennt, erwidert Ibn Saddik, weil jene früher genannten Eigenschäften etwas Positives und mit der Denkseele mit geschaffen sind, während die zuletzt genannten bloss Privationen, und also nicht von Gott selbst hervorgegangen sind, so wie die Blindheit nur eine Abwesenheit des Sehens, die Armuth nur Abwesenheit des Reichthums ist164). Die Grundtugenden der Denkseele, die ein Mittel zur Glückseligkeit werden, wenn sich die Seele in ihnen bethätigt und sie übt, sind nach der Meinung der Philosophen: die Erkenntniss, הדברים שבל ברור ותקיף על עלתם הקפה שכלית ועל כן נעשית הנפש לדברים הידועים לה מקים רוחאני. Auch Aristoteles bezeichnet bekanntlich die Seele als ־c0“0<; s'.oäiv 429a 27, siehe oben S. 111, A. 72. Vgl. auch Mikr. das., Z. 12: הדברים ימצאו בארבעה מקומית או בדברים עצמם או במחשבה או באמירה או בכתיבה wozu ausser den Stellen, auf welche Brüll, Jahrb. IV, S. 137, und Steinschneider, Hebr. Uebers., S. 410, A. 294b, hinweisen, auch Ibn Sina bei Sahr II, S. 351 zu vergleichen ist. Das Ganze ist übrigens nur eine Paraphrase des von Aristoteles im Anfänge der Schrift 7c־pl sppjve'.a«; ausgesprochenen Gedankens, wie sich aus der Dar« Stellung des Ibn Sina entnehmen lässt. 163) Mikr., s. 38: &רמר כי דשם העצם האמתי שהוא נושא ההפכים והנפש החכמה עצם והיא נושאה המקרים בהכרח אבל המקרים של הנפש החכמה הם רוחאניים כמו שהעצם הזה רוחאני ומקרה הנפש הזאת המדע והחםד והטוב והיושר ושאר המרות הדומות לאלו. Was hier sofort aufiällt, das ist der . Umstand, dass Ibn Saddik die ethischen Tugenden als Accidenzen der rationalen Seele bezeichnet. Dies erinnert an die Stoiker, welche den aristotelischen Unterschied zwischen dianoeüschen und ethischen Tugenden aufzuheben bestrebt waren, und nach welchen die Tugend gleichbedeutend war mit der richtig beschaffenen Vernunft, Cicero (Tuscul. disp. IV,. 15. 34: ipsa virtus brevissime recta ratio dici potest, vgl. Zeller 3. 1,S. 235, und Siebeck a. a. O. II, S. 257. Zur Definition der Substanz vgl. Arist. 4a 10. 164) Mikr. das.: 'ואם יאמר ואיך הנחת הסבלות והעולה והרע ושאר ההפכים ובו נאמר לו המרות האלו הנזכרים נבראו עמו אבל המרות האלו האחרונות אינם הפכים לאלו אבל הם אפיסה באפיסת הראות באפיסת העין וכו*. vgl. תורות הנפש, s. 7: והעדר אלו המרות הטובות הוא לפי דעת איזה אנשים הפכים נמצאים ולפי דעת אחרים חסרון■ המרות הטובות ואין זה הפכים נמצאים.

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