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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 190

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 190 (sequence 46)
Language
German
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Daher ist die Disposition zu gewissen Affecten und Eigenschaften von der Beschaffenheit des Körpers abhängig, und von der animalischen Seele, nicht von der vernünftigen, ist der Satz wohl richtig, dass die Seele sich nach dem Temperament des Körpers richte136). Die Affecte, die Ibn Saddik im Einzelnen aufführt, sind: Zorn, Furcht, Scham, Freude und Trauer137). Der Zorn, welcher auch den Thieren eigen ist, ist eine Bewegung des Pneumas und des Blutes nach aussen138). Die Furcht hingegen ist ein fluchtartiges Zurückweichen der Seele, bei welchem sie sich von aussen nach innen zurückzieht, wodurch Hände und Füsse erkalten139). Bei der Scham hingegen bewegt sich die Seele von aussen nach 136) Mikr., s. 20: ולפי רוב חלוף הנחת נפש החיות בחי והתקשרה בנוף עיי השמור הוה יהיה טבט אותו החי שהנפש הולכת אחד מוג הנוף ומל הנפש הזאת אמרו הפילוסופים ובר והארי נבור והארנבת חלשה ובו,. Von der Ansicht Gaien’s, dass die Seele sich nach dem Temperament des Körpers richte, war oben schon die Rede, vgl. auch Philoponus, de anima, S. 155, und ראשית חכמה vonFalakera, ed. David, S. 12. Ueber den Ausspruch der Philosophen vgl. Mikrokosmos, Einleitung VII, Anm. 30. 137) Was die Eintheilung dieser Affecte betrifft, so ist zur Orientirung zu bemerken, dass die Stoiker vier Hauptaffecte angenommen haben: Lust, Schmerz, Begierde und Furcht, 7ין׳וע00ן Xutdq, <poß0;. Die ersten zwei beziehen sich auf ein gegenwärtiges Gut resp. Uebel, die beiden letzten auf ein zukünftiges Gut resp. Uebel. Von diesen Hauptaffecten nennt Ibn Saddik drei, nämlich עינג נזק im folgenden Kapitel zz 00ןלvyj, Xüicy], nur versteht er darunter nicht, wie die Stoiker, die unvernünftige Lust und den unvernünftigen Schmerz, wie er überhaupt trotz einzelner Anklänge nicht denselben folgt, ferner פחד zz cpdßoc, die anderen sind Unterarten, während er £7c־9׳D|n'cr mit Stillschweigen übergeht und später nur im Vorbeigehen nennt. 138) Mikr., s. 30:הכטם היא תנומת הרוח מבפנים לגוף לחוצה לנוף מם הדם והתמרובות מבקש להבצר וזה מצוי בבהמות. Anstatt מבקש ist vielleicht כמבקש zu lesen, anstatt יחתעררבות, was soviel wie die sogenannten Kardinalsäfte bezeichnen könnte, hier aber keinen passenden Sinn giebt, ist vielleicht die LA. von H. והתערבות, im Sinne von Zuversichtlichkeit, sich getrauen, vorzuziehen. Demnach ist der Zorn die Bewegung des Pneumas und des Blutes nach aussen, verbunden mit einer gewissen Zuversichtlichkeit, wie wenn Jemand sich zur Wehr setzt. Der Zorn wurde von den Stoikern als eine besondere Art der angesehen. Zu den Worten וזה מצוי בבהמות ist zu bemerken, dass die Stoiker die Affecte den Thieren abgesprochen haben und darunter auch den Zorn. Seneca, de ira I, 3. 4: Sed dicendum est feras ira carere et omnia praeter hominem . . . impetus habent ferae, rabiem feritatem incursum, Galen V 0'13ן (die Stoiker) |1iyp1 toüoutoo cpiXovstxidc 7jx0L01v, toax’, sicsior] t־^; X0־px7j; ouvayisio; s<paoav slvai za za&7], toi; dk0׳0ני0;01ץ.; jjl7] jjLSTeysiv auztöv aüj'/wpzTv, 0» -7uXst3x01 0000 ״s toT; ׳Ka’.ototc, 0x1 Zr^kaori xai tgut1 o׳jo=7lüj \<qv/.d. Vielleicht ist danach die auffällige Ansicht einiger Mutakallimun bei Schreiner a. a. 0., S. 30, A. 6, zu erklären. 1S9) Mikr. das.: אבל הפחר הוא שתכנם הנפש מחו׳ן לפנים כאדם הבורח מד שתטזב שטח הגוף ויצטננו אצבמות ידיו ורגליו. Damit ist zu Vergleichen Cicero,

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