Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2720904-2721005--44-2725255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
189 Der animalischen Seele gehören schliesslich auch die Affecte und Gefühle an. lbn Saddik bezeichnet die Affecte als leidentliche Zustände, indem er seiner Darstellung van den Affecten die allgemeine Bemerkung voranschickt, dass der animalischen Seele active und passive Vermögen innewohnen, und im Anschlüsse daran, ohne eine besondere Definition des Thuns und Leidens zu geben, als Beispiele eines Thuns die Bewegung der Arterien und das Athmen aufführt, einzelne Affecte hingegen als Beispiel eines Leidens nennt134). Die Affecte kommen der animalischen Seele nur zu in Folge ihrer Vereinigung mit dem Körper, wodurch sie mit den Gegensätzen und mit den verschiedenen Säften im Körper in Verbindung tritt135). העולם♦ Bei dieser Gelegenheit verweisen wir auf eine andere, mit unserem Gegenstand zusammenhängende Nachricht des eben erwähnten Sextus Emp., die geeignet ist, Aufschluss zu gehen über die von Es Chajjim, S. 109, genannte merkwürdige Secte, mit dem meines Wissens noch nicht erklärten Namen לימבי. Die Anhänger derselben glaubten an keine Vorsehung, hingegen an irgend ein Bild, das ihnen zuerst beim Wachen begegnet, und nahmen an, dass diese Bilder ihnen Glück oder Unglück bringen: ודעתם בל איש אשר יירףן בשנתו בבל יום ובכל עת ויראה בל צורה כל מה שהוא דמות ותבנית בל בראשית יקיצתו אותו הדמות הוא מאמין כל היום ההוא וכן בכל יום ויום מכל צורות נמצא* ממה או מעלה וכד ואומרים שכל רע וכל וטוב אשר יקרה להם הם המגרימים טובה ורעה להם. Unter dieser Sekte sind Anhänger des Demokrit zu verstehen, von welchem Sextus Emp.a.a. O., c. 19, berichtet, er habe angenommen, dass sich in der Luft Wesen aufhalten, deren Bilder dem Menschen begegnen und die theils wohlthätiger, theils verderblicher Natur, und auf welche auch die weissagenden Träume zurückzuführen seien. Aus diesem Grunde habe er gewünscht, glücklichen Bildern zu begegnen: Afluoxpixoc; 62 EiotoXa ׳r.va cpflstv sirxEXdCciv xotc; dvö-puncoi^ xai xouxo>v ~a yiiv slvai cqa&oxoia, ד« 02 xaxoicoid. oftev xai soysxai 8מ0ץ0<י(ס xuyeiv s?0ü>Xu>v. Anstatt £uX0*(«>v liest Zeller I, S. 836, A. 3, suXö^ojv. In anderen Berichten heisst es 2uX0/ü>v. Vielleicht liegt der LA. süXo^mv eine Anschauung zu Grunde, wie sie in den Worten בשיקיצו משנתם angedeutet ist. Jedenfalls ist an der Identität dieser Secte mit Anhängern des Demokrit nicht zu zweifeln. Was den Namen betrifft, so hiess vielleicht so der Stifter der Secte unter den Arabern, wenn man es mit einer wirklichen Secte zu thun hat. Möglich ist aber auch, dass *ליטב eine Verslümmelung von Leukipp ist, der häufig mit Demokrit genannt wurde, und dass man die Ansichten des Letzteren auf jenen übertrug. 134) Mikr., s. 30: וכהות הנפש הזאת מהם פועלים ומהם נפעלים הפועלים בתנועת העורקים והתפשט החזה והתקבצו שהיא הנשימה והנפעלים כמו הבעם והפחד והבושה והשמחה והיגון. Nach den Beispielen zu schliessen, scheint lbn Saddik jede naturgemässe Bewegung als ein Thun, die nicht naturgemässe als ein Leiden aufzufassen, eine Ansicht, die Nem. a. a. O., S. 277, anführt: xai zoft* Exspov oh zpoicov, fl ivspysia ״:cföo; Xsfsxa!, oxav fl Tzapd cpuaiv. evspfsia jjisv ‘(dp £3x1 xaxd (pu31v xivflctc . . . Tfl; ‘{GÜV ׳xapB'lac fl u.2v xaxa xolc a«0ü־fuou<; x»vfla1^, £vip־(std iaxiv* fl 02 xaxd xouq 1caXjA0ü<;, oc• 136) Mikr., s. 38: כי חק צרות העין והכעס להיותם לנפש החיה להתקשרה בטבעים המתהפכים והתערובות המשתנות בנוף. Ebenso Lautere Br., s. 240.