Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 31)
- Language
- German
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etwa zu der Vorstellung verleiten lassen, als ob jene drei Seelen räumlich von einander getrennt wären, vielmehr ist jede von ihnen eine geistige Kraft, eine in ihrer Wesenheit für sich bestehende Substanz, die dem Körper eine besondere Funktion verleiht84). Auch die verschiedenen Kräfte, die jeder einzelnen Seele innewohnen, sind nicht räumlich von einander getrennt, denn auch sie sind geistige Kräfte, die ihren gemeinsamen Ursprung haben in den universellen Kräften der intelligiblen Welt85). Was das Verhältniss der genannten drei Seelen zu einander betrifft, so stehen sie zu einander in einem Verhältniss der Ueber־ und Unterordnung. Begrifflich bezeichnet Ibn Saddik dasselbe als das Verhältniss der Arten zur Gattung86). In der Wirklichkeit findet jenes Verhältniss seinen Ausdruck darin, dass die höheren Seelenstufen die Existenz der niederen voraussetzen und zur Vordem 80^0־; des Plato gleichgesetzt wird. Durch einen Druckfehler ist in meiner Ausgabe החיה nach והנפש ausgefallen. Vgl. zu dieser Identificirung des Aristotelischen und Platonischen Dreitheilung oben S. 115, A. 77. 84) Mikr., s. 37: ואם ישאל השואל למה נקראו כל אחת מאלו נפש ובמה תפח־ כל אחת מהן מחברתה נשיבהו שאלו הם כהות רוחאניים וכל אחת מהן עצם עומד בעצומו תן שום תועלת לגוף\ Ich habe die Stelle in dem nämlichen Sinne aufgefasst, wie die in der folgenden Anmerkung anzuführende, und habe in den Worten: בחותרוחאניים die Bedeutung gefunden, dass die Seelen nicht räumlich von einander getrennt sind. Uebrigens scheint Ibn Saddik sich darüber nicht klar zu sein, wie diese drei Seelen einerseits gänzlich von einander verschieden und doch wiederum eine Einheit bilden sollen. Dieselbe Unklarheit findet sich bei den Lauteren Br., welche (S. 190) sagen, dass diese drei Seelen nicht etwa von einander geschieden, sondern gleichsam nur von einer Wurzel ausgehende und mit einander in einer Wesenheit verbundene Zweige seien. Bald darauf aber scheint es, dass man es bloss mit verschiedenen Namen für verschiedene Funktionen zu thun hat, wie man etwa Jemandem, der liest, schreibt und unterrichtet, nach diesen verschiedenen Thätigkeiten verschiedene Namen verleihen kann L4il5 ^0! La Li-Jlc. *Üj L+il^ Das Letztere scheinen auch die Worte: יתן שום תועלת לגוף besagen zu wollen, aber der Anfang widerspricht dem. 85ג Mikr., s. 26:דלא יעלה על הדעת שהבחות האלו מופרדות זו מזו ושהאחת מהן ממקום אחר והאחרת במקום אחר אבל הם כחות רוחניות חצובות מן הבחות הכוליות שהם בעולם העליון. Der Sinn scheint derselbe zu sein, wie in der eben angeführten Stelle aus den Lauteren Br., dass diese Kräfte in ihrer Wurzel Zusammenhängen. 8G) Mikr., s. 37: ומפני שהנפש החבמה מין לנפשות האלו הנשארות נקראו נפשות במו שיקרא הדבר על שם מינו. Auch Plato bezeichnet die verschiedenen Seelen zuweilen als stoyj und fsv/j (Rep., S. 435, Phäd., S 253), auffallend aber ist es, dass Ibn Saddik die Denkseele als Gattung und die anderen als die Arten derselben bezeichnet, vgl. תורות הנפש, S. 19. Die Lauteren Br. (S. 191) vergleichen die Seelen mit Gattungen, ihre Kräfte mit Arten.