Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 30)
- Language
- German
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174 3. Kapitel. Die Seele in ihrer Dreitheilung, in ihrem Verhältniss zum Körper und zur Weltseele. . Ibn Saddik bezeichnet die drei Seelenwesen, die der Mensch in sich vereinigt, als vegetative, animalische und rationale Seele80). Diese letztere ist von der Vernunft oder dem Intellekt nicht verschieden. Sie ist, so lange sie ihre Anlage zum Denken und Er־ kennen noch nicht entwickelt hat, Intellekt der Möglichkeit nach, hingegen Intellekt der Wirklichkeit nach, sobald jene Anlage von der Potentialität zur Wirklichkeit übergegangen ist81). Anstatt von drei Seelen spricht Ibn Saddik ohne Unterschied der Bedeutung auch zuweilen von drei Vermögen82), ebenso bedient er sich anstatt der Aristotelischen Trichotomie der Platonischen und setzt die vegetative Seele der Platonischen Begierde, die animalische Seele dem Platonischen Muth oder Eifer gleich83). Jedoch darf man sich nicht 8rt) Die Bezeichnungen, die Ibn Saddik gebraucht, sind: נפש צומחת oder צמחונית, und auch הגידול oder מגדלת s. 26, z. 3 und s. 29, z. 6 ל החיה oder נ, החיונית und כ החכמה, wofür auch S. 39, Z. 25 כ המבטא vorkommt und auch חקיינית s. 6, Z, 20, wofür jedoch Brüll (Jahrb. IV, S. 137) דברנית lesen will. Es scheint aber, dass es sich mehr um eine falsche Uebersetzung als um einen Fehler handelt. Das Original hatte wahrscheinlich *übli, das der Uebersetzer ,durch חקרנית wiedergab, während er es, um den Sinn der Stelle hervorzuheben durch דברנית hätte wiedergeben müssen. 81) Mikr., s. 37: ואם יאמר שום אומר ומפני מה נקיא השכל נפש והוא עצם עומד בעצמו ויקום לנפש לשום תועלת נאמר לו שהנפש החכמה הזאת מוסכמת עם השכל בחמד ולפי זה כשתשלם הנפש נעשית שכל ובשביל זה נקראת הנפש החכמה שכל בכח ואין ביניהם חלוף אלא במעלה ויתרון ושעולם השכל יותר מעולה לא עלוי מקומי אלא יעלוי שררה ויתרון וכו Es herrscht hier eine ähnliche Unklarheit über den indi־, viduellen Intellekt, wie wir einer solchen bei Gabirol oben S. 125 bereits begegnet haben. Der erste Theil in der Bemerkung Ibn Saddik s scheint sich auf die individuelle Seele zu beziehen, da er von der Weltseele nicht hätte sagen können, sie sei potentieller Intellekt, wie sich das mit besonderer Deutlichkeit aus Mikr., S. 39, 7. 16 ergiebt. Die weitere Bemerkung: ואין ביניהם חלוף אלא במעלי, ויתרון kann sich wiederum nur auf die Weltseele und den universellen Geist beziehen, weil sie, auf die individuelle Seele und den individuellen Geist bezogen, keinen Sinn giebt. Mit der Erklärung im Anfang stimmen genau überein die Laut. Br., S. 384: L-y* l/> 11315 HjäJU S Jsju Lao ^JCi! “) Mikr., s. 29, z. 7: שכחות אלו; s.^25, z. 27: שכח הנפש הצומחת הוא כח התאוה. 83) Vgl. die in der vorigen Anmerkung zuletzt angeführte Stelle und S. 37: והנפש החיה הי׳ כמו שוטר ונוגש המשרת אודפני המלך, womit die animalische Seele