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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 168

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 168 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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logische Erörterung des Begriffes Accidenz die ganze Hinfälligkeit derselben. Nach der eigenen Behauptung der Gegner ist unter Accidenz etwas zu verstehen, das in einem Anderen subsistirt und nicht von gleich dauerndem Bestand wie die Substanzen ist62). der MutakaUimun das Leben, die Empfindung, das Denken und die Erkenntniss. Was die Seele betrifft, so gehen ihre Ansichten auseinander, insofern nach der Meinung der Einen die Seele ein Accidenz eines der Atome ist, aus welchen der Körper besteht, während nach der Meinung der Anderen die Seele aus vielen Atomen besteht, die das Accidenz der Beseeltheit an sich tragen. Das Denken ist nach ihnen das Accidenz eines Atoms im denkenden Wesen, während in Betreff des Wissens unter ihnen Uneinigkeit herrscht. Näheres über diese Ansichten der MutakaUimun fehlt, und aus den Angaben M/s lässt sich keine richtige Einsicht gewinnen, noch viel weniger aus der Darstellung Ibn Saddik’s, bei dem besonders störend und verwirrend der Umstand wirkt, dass er שכל und נפש bald auseinanderzuhalten scheint, bald ohne Unterschied der Bedeutung für einander gebraucht. 62) Mikr., s. 34: אשיב להם על דרך המהמה אלו המדבריים שהמקרה הוא דבר שיארע על זולתו ואין לו עכבה כהתסכב הנופים, Dies ist allem Anscheine nach eine Anspielung auf die bekannte Ansicht der MutakaUimun, dass die Accidenzen auch nicht zwei Zeitmomente dauern, sondern in jedem Augenblick aufs Neue geschaffen werden, Moreh I, 73, VI. Was den Ursprung dieser Ansicht betrifft, so findet sie M. in der Tendenz der MutakaUimun begründet, die bleibende Natur der Dinge, das sogenannte Naturgesetz, aufzuheben und alles auf den unmittelbaren Willen Gottes zurückzuführen. Dies erscheint uns mehr wie ein Umweg, da die fragliche Ansicht vieUeicht mitten in das Centrum des Systems hineinführt und sich als eine unmittelbare Consequenz der atomistischen Anschauung der MutakaUimun ergiebt. Gegen die Atomenlehre hatte Aristoteles unter Anderem auch aus der Verschiedenheit der Bewegung Einwände erhoben. Vergleicht man zwei Körper, A und B, die sich mit verschiedener Geschwindigkeit bewegen, von denen beispielsweise B in einem bestimmten Zeitraum nur die Hälfte von der Strecke zurücklegt, die A in dem gleichen Zeitraum voUendet, so gilt natürlich dann von jedem Theil dasselbe, was von der ganzen Strecke gilt, und es ergiebt sich in Folge dessen mit Nothwendigkeit die Möglichkeit einer fortgesetzten Theilung ins Unendliehe. Um diesem Einwand zu begegnen, nahmen die MutakaUimun an, dass die Verschiedenheit in der Geschwindigkeit darauf zurückzuführen sei, dass in der einen Bewegung mehr, in der anderen weniger Ruhepausen eintreten. Damit ist die Continuität der Bewegung aufgehoben, sie beginnt in jedem Moment aufs Neue. Von da war es nur ein Schritt, was von der Bewegung gilt, auf alle Accidenzen zu übertragen und zu behaupten, dass sie in jedem Momente aufs Neue entstehen. Einen Anhalt für diesen Zusammenhang bietet Aristoteles, welcher in dem Kapitel, welches von der Continuität der Bewegung handelt (Physik V, 4), die Frage auf aUe Accidenzen erweitert und 228a 6 sagt: eyet 0’ axop' av xaüxfl T10.p0.%krpi0.v xal rcoxspov jua q 0ץtsta xal oä.ün; at e$eu; xal xd xa97] xfl Güj'.a slalv £v xot<; 0d)|Jtßa1v• xivovjisva yap <patvovxat xd syovxa xat psovxa. Auch Lasswitz (Geschichte der Atomistik I, S. 142) will, wie ich nachträglich sehe, die fragliche Ansicht mit der Atomenlehre in Verbindung bringen. Jedoch scheint mir der Zusammenhang, den er hersteilen will, künstlich. Auch fehlt bei ihm der Hinweis

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