Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 165

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 165 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2720904-2721005--20-2725231
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

des vegetativen, animalischen und vernünftigen Lebens auch drei Seelenprinzipien in sich vereinige. Was das Wesen der Seele betrifft, so bemüht sich Ibn Saddik die Immaterialität derselben durch eine Reihe von Beweisen darzuthun. Diese Beweise sind neuplatonischen Quellen, speziell Plotin, entlehnt, der es sich angelegen sein lässt, die Immaterialität der Seele insbesondere gegen die Stoiker zu vertheidigen55). Der erste Beweis lautet: Wenn die Seele ein Körper wäre, so müsste sie ja auch die Eigenschaften besitzen, welche jedem Körper nothwendig inhäriren müssen, wie Räumlichkeit, Gestalt und Farbe und sonstige Eigenthümlichkeiten, die jedem Körper zukommen56). Wäre ferner die Seele ein Körper, so würde sie ebenso, wie der Körper, dem sie hinsichtlich der Materialität gleichkommt, einer Ursache bedürfen, die ihr Leben mittheilt. Es würde also die erste Seele einer zweiten und diese einer dritten bedürfen und so fort ins Unendliche57). Mit anderen Worten: Die Ursache für die Erscheinungen des Lebens am Körper kann nicht wiederum selbst ein Körper sein, weil ein solcher nur erborgtes Leben besitzen kann und nicht lebend ist durch sich selbst, wir aber forschen nach dem Prinzip des Lebens, d. h. nach etwas, das durch sich selbst lebend ist und nicht durch Mittheilung von Anderen, und ein solches Prinzip haben wir eben in dem gefunden, was wir als Seele im Gegensatz zum Körper bezeichnen. Wäre drittens die Seele ein Körper, so würde ihre Wirksamkeit wie die des Körpers sich nur auf das erstrecken, was ihr nahe ist, 55) Plotin, Enn. IV, 7. 56) s. 33; דע שהנפש החכמה אילו היתד, גיף הי* מחייב אותה מה שיחייב לגרף למלאות מקום ולהיות לד, גוון ותבנית ושאר המי־ות המחוייבות לגוף, vgl. שער השמים (ed. Warschau 1875), s. 76; כי בל נדף יש לו איכות מוחש מן החושים ואיכות הנפש לא ישיגוהו החושים, Schebile Emuna 90d, Plotin IV, 7. 10; 011 ok Tfl Steiotipa ©aas! C5ü־)־(cvy]<; 7j cjrjyv] xal *qj aiouj), oyjXov p.kv ־icouT xal xo |17] ö(j6ul׳z «Üt7]v 0£Q£r/öxu x«5 u.tjv oüo k sysi oOok ypüma x3. 57) Mikr. das.: ואלו היתד. הנפש נוף היתד. צריכה לדבר אחר שיאציל עליה החיים במו שהגוף מוצרך הואיל אחרת וישתתפו בענין הנוף ובהצטרך הנפש לנפש(0 הנפש האחדת תצטרך נ״ב לנפש אחרת ואיתר, הנפש לנפש אחרת וזה עד לאין תכלית. Vgl. שער השמים a. a. O. und den Auszug aus der Schrift des David Al-Mukammes im Jesira-Commentar des Jeh. Al-Barceloni, S. 79; שהיא חייה בלא חיים אבל היא חיה בגופה ואלו לו היתד, הנפש צריבה לנפש; piotin iv, 7. 9; ״ן? rfiz (nämlich die Seele) xoTc; aXXoic; xtvrjaiv, aox7j os saox־^ xtvoopiviq xal C«o>]v xij) i^'jyu) aciaiiaii oioouaa, aüxyj ok tm(7 kaozrfi iyousc, oikoxs a׳jc0X.X03tv, axs 7uap’ eafJxrtQ syou3a. 05 yäp o'q ׳juavxcr e1־uaxxcp Cüj^ yp/jxai* eu; axaipov elaiv. — Den folgenden Absatz bei ibn Saddik; ראיה אחרת אם היתד, דנפש ב:גוף וכי übergehen wir hier aus Gründen, die sich später ergeben werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.