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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 163

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 163 (sequence 19)
Language
German
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ihre Existenz bestreiten könne. Daher das Wort der Schrift: Und aus meinem Selbst erkenne ich Gott48). Daraus erhellt die Wichtigkeit der Psychologie für Ibn Saddik, die er in gleicher Weise wie Gabirol mit grossem Nachdruck betont, nur mit dem Unterschiede, dass er sie in anderer Weise begründet. Während Gabirol sich eng an Hotin anschliesst und mit diesem der Ansicht ist, dass alle Erkenntniss ihren Anfang von der Betrachtung der Seele nehmen müsse, wdil die Seele, in der Mitte zwischen der sinnlichen und intelligiblen Welt stehend, am ehesten geeignet sei, uns Aufschluss zu geben über die Dinge über ihr und die Dinge unter ihr49), geht Ibn Saddik mehr von dem Gedanken aus, dass der Mensch ein Mikrokosmos und gleichsam ein Spiegelbild alles Seienden sei. Die Selbstbetrachtung schliesst bei ihm auch die Betrachtung des Körpers ein, wenn auch selbstverständlich die Betrachtung der Seele das Wichtigere ist, weil aus dieser die viel schwierigere Erkenntniss der intelligiblen Welt zu gewinnen ist. Daraus ergiebt sich die Bedeutung der Psychologie für Ibn Saddik, der er den zweiten Abschnittt seines Buches widmet und über deren Verhältniss zu anderen Wissenschaften er eine Andeutung macht, aus der hervorgeht, dass er die Psychologie, soweit sie sich auf die niederen Seelenvermögen erstreckt, als einen Zweig der Physik betrachtet50). Der Beweis Ibn Saddiks für die Existenz der Seele enthält an sich nichts Neues. Den Funktionen des vegetativen, animalischen und vernünftigen Lebens im Menschen müsse auch ein dreifaches Prinzip entsprechen, das eben nichts anderes ist, als die vegetative, animalische und vernünftige Seele. Das ist in Kürze der Gedanke, welcher seiner Beweisführung zu Grunde liegt. Als neu und eigenthümlich könnte man höchstens die besondere Wendung bezeichnen, welche dieser Gedanke bei Ibn Saddik nimmt. Es scheint ihm be- Der Bezeichnung צמח מן השמים entspricht ©uxov oupdviov bei Nemesius, de natura hominis (ed. Matthaei, Halle 1802), S. 66. Zum Ausdrucke פרי מהופך vgl. Laut. Br. S. 155. ‘8) Mikr., s. 36: יתברך שמו האל המבורך אשר המציאה מאין להיות מנדת פעולתו ולהורות על מציאותו והי׳ המרמזת אליו כדי שלא יכפור בה שום כופר ולא ידחה אותה שום מרחה במו שבא בכתוב(איוב י׳־ט ב״ס ומבשרי אחזה אלוה. 49) Vgl. oben S. 101, A. 47. h°) Der Abschnitt über die Psychologie zerfällt in zwei Theile, von welchen der erste von der vegetativen und animalischen, der zweite von der rationalen Seele handelt. Am Ende des ersten Theiles, S. 32, sagt Ibn Saddik in Bezug auf die Fragen, mit denen er sich gerade beschäftigt: נשוב למנין הספר ששאלות אלו מספרי הטבע. Die gleiche Stellung räumt Aristoteles der Psychologie ein, insoweit sie es mit dem niederen Seelenvermögen zu thun hat, Metaph. 1026a 5: ־/a» Zkvzk xai ׳icspl 6ü־/^c; ־viatküjpyjaai tqü ©uatxol‘, 6V/) u.7] avsu SXy)^ iaxtv.

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