Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2720904-2721005--15-2725226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bezwecken, damit sie für die Erfüllung derselben Lohn empfangen. Daran reihen sich die nämlichen Fragen über die Willensfreiheit, denen wir auch im Kalam begegnen36). In gleicher Weise, wie Saadia, sucht dann Ibn Saddik auch für die Offenbarungsgebote noch einen rationellen Grund, wobei er sich auch der nämlichen Beispiele von Offenbarungsgeboten bedient, wie die Auszeichnung gewisser Zeiten, einzelner Personen und Oertlichkeiten37). Auch in den Bedingungen der Busse trifft Ibn Saddik mit Saadia zusammen38). Aus dem zweiten Theil des vierten Abschnittes ist zu erwähnen die Uebereinstimmung Ibn Saddik’s mit dem Kalam hinsichtlich der Ewigkeit von Lohn und Strafe, wobei besonders beachtenswerth ist, dass auch die von Ibn Saddik geltend gemachten Gründe sich im Kalam nachweisen lassen39). Hingegen bekämpft Ibn Saddik die im Buche Mansuri erwähnte Ansicht einiger Mutakallimun, wonach auch Thiere und Kinder Lohn zu erwarten haben. Ibn Saddik bemüht sich, diese Ansicht durch mancherlei Gründe zu widerlegen40)• Was die folgende Darstellung berifft, so habe ich zu derselben nur kurz zu bemerken, dass ich mich, um Wiederholungen zu vermeiden, häufig nicht an den Text des Mikr. gehalten habe. Auch habe ich solche Punkte, die schon bei Saadia oder Gabirol erörtert wurden, nur kurz berührt. 36) Mikr. S. 63, Emunot S. 79. 37) Mikr. S. 64, Emunot S. 60. ®) Mikr. S. 69, Emunot S. 89. 39J Mikr S 72 Z. 6 und 15, Mew. S.257. 40j Vgl. über die verschiedenen Ansichten der Mutakallimun über diesen Punkt Schreiner a. a. 0., S. 29. Besonders beachtenswerth ist, dass eine ähnliche Anschauung, wie die von Ibn Saddik bekämpfte Ansicht, auch bei den Lauteren sich findet, vgl. S. 316 u. 414, wo gesagt wird, dass das Schlachten der Thiere als Opfer, das Leiden derselben im Dienste der Menschen, hauptsächlich zum Zwecke habe, ihre Seelen auf eine höhere Stufe des Seins, nämlich der menschlichen Seelen, zu erheben. Ich benütze die Gelegenheit, um zu bemerken, dass in der gleichen Weise wie ich, Mikrokosmos, S. XIV, bereits Herr Prof. Simonsen in Kopenhagen, Deutsche Litteraturzeitung 1879, das Wort מלתחי erklärt hat, worauf ich von demselben nachträglich aufmerksam gemacht wurde.