Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 14)
- Language
- German
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Dass aber die Dinge sich nicht selbst geschaffen, wird dann weiter, gleichfalls nach der Weise der Mutakallimun, dargethan29). An diese Untersuchung schliesst sich die andere, ob der Schöpfer einer oder mehrere sei. Auch der Beweis für die Einheit des Schöpfers wird derart geführt, dass man an einen Einfluss des Kalam erinnert wird, doch ist man hier keineswegs genöthigt, einen solchen Einfluss anzunehmen30) Die weiteren Betrachtungen Ibn bindung und Trennung zu den allgemeinen Accidenzen des Körpers. Für Ibn Saddik scheint es uns jedoch zweifelhaft, in welchem Sinne bei ihm Verbindung und Trennung zu verstehen ist. Die Mutakallimun nämlich bedienen sich hier dieser Ausdrücke in Bezug auf die Atome, womit sie sagen wollen, dass die Atome sich bald zu einem Körper verbinden, bald wieder auflösen. Will man die Worte bei Ibn Saddik in gleichem Sinne verstehen, nur mit dem Unterschiede, dass bei Ibn Saddik an Stelle der Atome Theile im Allgemeinen getreten sind, so wären Entstehung und Auflösung des Körpers die einander gegenübergestellten Zustände und zu den Ausdrücken Verbindung undTrennung wäre vielleicht Sahr. S. 266 (H.II, S.235) zu vergleichen♦ Anders verhält es sich, wenn man darunter zwei entgegengesetzte Zustände am Körper selber verstehen will. Nicht klar ist es, was Kaufmann meint, wenn er S. 283, A. 91, die beiden Accidenzen als die beiden Arten der Quantität, Continuität und Discretion auffasst. 29J Vgl. Saadia, Emunot, S. 20. 30J Es sind hauptsächlich zwei Gründe, die Ibn Saddik gegen den Dualismus geltend macht. Erstens geht die Einheit der Zweiheit voran, sodass man schliesslich zur Einheit gelangen muss, wenn man in der Reihe der Ursachen rückwärts schreitet. Zweitens, wenn es zwei Prinzipien gäbe, müssten sie entweder in jeder Beziehung gleich sein und wären dann Eins, oder sie wären in einer Be- Ziehung gleich und in einer anderen verschieden, was eine Zusammensetzung ergiebt. Namentlich dieser zweite Beweis wird von Maimuni Moreh, I, 75. 2 im Namen der Mutakallimun angefüht. In Wirklichkeit findet sich dieser auch bei dem von Maimuni besonders geschätzten Alfarabi, Musterstaat, S. 6. Ja noch mehr, Gazzali Tahafut weist nach, dass die Philosophen nicht im Stande sind, den Dualismus zu widerlegen, und führt unter ihren Argumenten das letztgenannte an, dass er zu widerlegen sucht. Beide Argumente finden sich übrigens bei Johannes Damascenus in dem Dialog gegen die Manichäer (ed. Basel 1578), S. 234, wo der Orthodoxe bemerkt: ouo eiiceüv, a%0 ^piöjJiou ^p£a>. xa 02 ouo oux apyjfy, akX'q 7«p dpy^ י? u. s. w. Was den Vergleich zwischen Gott und der Zahleneinheit betrifft, so kommen die Lauteren an sehr vielen Stellen auf denselben zurück, vgl.S. 258, 309, 442, 545 u. sonst. Zum Ausdrucke מכין ר«חשבון (S. 50, Z. 9), wofür noch Kaufmann [מעני hat, vgl. die Lauteren, S. 270: »3t Js^J I Jau. Ebenso ist ששנה, z. 9, wonach gleichfalls Kaufmann erklärt, falsch und findet sich nirgends, es muss שתכה heissen. Anstatt הרכוי, Z. 18, ist vielleicht החבור zu lesen. Zu שפלט האיכות, s. 51, Z. 18, vgl. Aristoteles 11a 15; Alfarabi, Abhandlungen S. 94; Lautere S. 361. Kaufmann^, S. 297, A. 124, Vergleich mit Bachja, S. 65: התדמות במתדמה מקרה, setzt eine falsche Auffassung voraus. Die Worte: ועוד לפי שהיה פועל הדבר חלף הדבר פסו שהספר הוא חלף הסופר והבניין חלף המנה erinnern an die gleiche Bemerkung des Al-Mukammes im Jesira-Commentar des