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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 156

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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156 dem Gebiete der Theologie. Ausgehend von dem Gedanken, dass ein Wissen im eigentlichen Sinne in Bezug auf Gott nicht möglich sei, weil eine Sache erkennen so viel ist, als ihre Ursache erkennen26), von Gott also, der keine Ursache hat, eine derartige Erkenntniss ausgeschlossen ist, bemerkt er, dass eine Erkenntniss Gottes nicht nach jeder Richtung unmöglich sei. Erkennbar sei Gott von Seiten seiner Wirkungen, nicht erkennbar von Seiten seines Wesens, losgelöst von seinen Wirkungen26), darum sei auch die einzige Frage, die in Bezug auf Gott zulässig ist, die Frage, ob er ist. Um die Existenz Gottes zu erweisen, muss daher nachgewiesen werden, dass die Dinge entstanden sind und eines Schöpfers bedürfen. Diesen Beweis führt nun Ibn Saddik ganz nach der Weise der Mutakallimun. Alle Dinge, lautet der Beweis, bestehen aus Substanz und Accidenz, und zwar sind diese so untrennbar mit einander verbunden, dass die Substanz niemals ohne Accidenz, das Accidenz niemals ohne Substanz bestehen kann. Daraus ergiebt sich, dass weder die Accidenzen der Substanz, noch diese jenen vorangegangen sein können. Die Accidenzen aber sind geschaffen, was aber einem Geschaffenen nicht vorangeht, ist selbst geschaffen27). 25) Mikr. S. 46; Aristoteles, Physik, Anfang: ’Eitsior; סד stoivctt za: סד iit'oxaefta00 .׳p.ßat've1 icspl xaa«; tcr; jjls&öSooq, S>v staiv äp^a׳. attia r; 3T0־.׳/_s:a, ix xoö vüvj. YvcBpt^eiv. 26) Gabirol, Melanges I, 5; Kaufmann a. a. 0., S. 278, A. 78. a) s. 49. Die Schlussworte: והואיל והדבר כן לא ימלט מאחד משני ענינים המקרים קודם לעצם או שלא קדם העצם את המקרים [p.או שימצאו [או שלא ימצאו והמקרים מחודשים וכל מי שלא קדם את המחודשים מחודש כמוהו sind offenbar verdorben. K., S. 281, nach P.: Man muss also entweder behaupten, Ädass die Accidenzen nicht vor der Substanz bestanden haben — was die Annahme ihrer Ewigkeit zur Folge haben würde, während sie in der That geschaffen sind — oder dass die Substanz nicht vor ihnen dagewesen ist. Nun sind die Accidenzen geschaffen u. s. w.a Das ist völlig unverständlich und giebt keinen Sinn. Der Text ist offenbar corrumpirt, denn daraus, dass die Substanzen nicht ohne Accidenzen und diese nicht ohne jene bestehen können, folgt nothwendiger Weise, dass weder die Accidenzen den Substanzen, noch diese jenen vorangehen können. Leicht möglich ist es auch, dass hier ein Fehler des Uebersetzers vorliegt. Doch ist das Alles nebensächlich, wir möchten auf eine Schwierigkeit aufmerksam machen, die in allen Darstellungen dieses Beweises wiederkehrt und eine eingehende Erörterung verdient. Der Beweis schliesst mit einem Satze, der ganz überflüssig ist, was in der Darstellung dieses Beweises bei Maimuni I, 74, 4 besonders hervortritt, wo der Beweis folgendermassen lautet: הדרך הרביעי אמרי שהעולם כולו מורכב מעצם ומקרה וכר והמקרים כולם מחודשים יתחייב שיהיה העצם הנושא להם מחודש כי כל מחוכר למחודשים ולא ימלט מהם הוא מחודש. Man versteht gar nicht, was die Begründung כי כל מחובר למחודשים soll, da der Beweis durch das Vorhergehende vollständig geschlossen ist. Gewiss, wenn die Substanz nicht ohne Accidenzen sein kann und diese geworden sind, ist es auch die Substanz.

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