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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 151

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 151 (sequence 7)
Language
German
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151 aristotelische Definition der Seele rühmt15), ohne zu merken,-wie verschieden dieselbe von der neuplatonischen Anschauung.über die Seele ist. Während nun Ihn Saddik zur aristotelischen Richtung gar keine besondere Stellung nimmt, ja sich eines Gegensatzes zu derselben gar nicht bewusst ist, bekämpft er aufs Entschiedenste den Kalam. Die äussere Veranlassung dazu bietet ihm eine Bemerkung des Karäers Ibn Jakob im Buche Mansuri16). Im Allgemeinen wirft er den Mutakallimun vor Unwissenheit in -der Logik und das Streben, durch Sophismen den Gegner irrezuführen17). Im 15) Mikr., S. 37. 16) Mikr., S. 44, Z 20. Die Stelle, auf welche sich Ibn Saddik beruft, theüte Dukes zuerst Orient 1850 L. B., S. 350, mit, vgl. Kaufmann, Attributenlehre, S. 261, A. 20. Die Stelle im Mikr., S. 1, auf die Kaufmann verweist, gehört nicht hierher. 1,)Mikr., s.47, z.9: תמצא שהדרכים שנאחזו בה האנשים האלה ובו׳ משובשים .ומעורבים מדרבי הטענות [נ־א הטעיות] וההטעאוח סופיסטאני וכר לפי שאינם יודעים דרך החניון ושמוש המופת האמתי. zur la. הטעיות, die aus Versehen ausgefallen ist, vgl. Albalag Hechaius iv, 86: והעיר על מקומות הטעיות וההטעאה und die Lauteren, S. 372. Aehnljche wegwerfende Urtheile über die Mutakallimun: Cusari V, 16 und Maimuni Moreh I, 51 u. 73 Ende und 74 Anfang, ferner die von Kaufmann a. a. O., S. 273, A. 58, aus Theologie und Philosophie, S. 59 u. 85, citirte Stelle. Besonders beachtenswert!! erscheint uns, dass auch die Lauteren mehrere Mal auf die Mutakallimun hinweisen, ohne sie direct zu bezeichnen, und sich dabei sehr abfällig über die Richtung derselben äussern. S. 218 ist von Leuten die Rede, welche behaupten, dass es nur Körper gebe und dass Leben, Wissen, Macht nur ein Accidenz am Körper sei. Hier sind die Mutakallimun gemeint, obgleich es auf den ersten Blick scheinen könnte, dass darunter die Stoiker zu verstehen seien, vgl. S. 233 u. 508, an welch letzterer Stelle der Vorwurf rechthaberischer Dialektik offenbar auf die Mutakallimun zielt. S. 375 wird von solchen gesprochen, die Behauptungen aufstellen, die sich gegenseitig widersprechen, wie z. B. diejenigen thun, welche einerseits Atome annehmen und andererseits behaupten, dass der Körper sich aus ihnen zusammensetze, oder der Ansicht sind, dass Gott die Menschen zu ihrem Heile geschaffen, und auf der anderen Seite behaupten, dass er ihnen nicht verzeihe und die Höllenstrafen ewig seien. Besonders beachtenswert!! ist das längere Urtheil S. 615, wo es mit offenbarer Beziehung auf die Mutakallimun heisst: es giebt Leute, die vorgeben, das Wesen der Dinge zu erkennen und ihre eigene Seele nicht erkennen, die ihnen doch am nächsten ist, womit offenbar auf die Ansicht, dass die Seele ein Accidenz ist, angespielt wird. Ferner heisst es, sie zweifeln an dem, was mit den Sinnen wahrgenommen wird, und behaupten die Existenz von Dingen, die bloss in der Vorstellung existiren, wobei sie offenbar falsche Behauptung durch rechthaberische Rede und dialektische Beweise zu verteidigen suchen. Als Beispiel wird unter Anderem angeführt ihre Behauptung, dass die Diagonale des Quadrats einer Seite gleich sei, die auch Maimuni I, 73. 3 in ihrem Namen anführt. Und doch, so sehr auch die ganze Charakteristik auf die Mutakallimun passt, scheint es doch zweifelhaft, ob diese gemeint sind, wenn man den Zug beachtet, der

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