Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
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150 selbe Form ist in einer Beziehung substantiell, in anderer accidentell.13) Schliesslich spricht Ibn Saddik die Ansicht aus, dass Substanz im eigentlichen Sinne nur dasjenige sei, was wir nicht mit den Sinnen wahrnehmen, die einfache intelligible Substanz13) und die Frage, die Ibn Saddik hieran knüpft, ist seinem Standpunkt besonders charakteristisch. Er wirft die Frage auf, wie sich diese Anschauung vereinbaren lasse mit der , Ansicht der Philosophen, dass sie Körper Substanzen seien und ferner mit der Bezeichnung der Individuen als erste Substanzen14). Er antwortet, dass sie Substanzen bloss insofern genannt werden, als sie nicht wie die Accidenzen in einem Substrate sind. Dass in der That beide Anschauungen aus verschiedenen Kreisen stammen, wusste Ibn Saddik nicht, was sich auch nicht erwarten lässt. Ebenso bezeichnend ist für ihn, dass er die קרה במים והוא באש עצמי קיים». Gerade aus diesem Umstande folgert Ibn Daud, Em. r., s. 13, das Gegentheii: וכמו שאי אפשר שיהיה גשם אחד הוא בבית אדם ובשוק פוס כן א״א שיהיה החום ההוא במים החמים מקרה ובאש צורה ועצם, ebenso Es chajim, s. 10: ומסנולתיהעצם שלא יעבור הנושא כגון החיים ובו׳ והמקרה יעבור נושאו כגון החום. Daraus wird klar, was Josef Al-Basir bei Frankl a. a. Ö., S. 53, als Merkmal eines Wesensprädikates angeben will mit den Worten: ואם תחפדן שתאמר אשר לא יעבור ממנו הוא אופו איני אפרדיאבטון; nicht richtig Frankl, S. 25: aus dem der Gegenstand nie heraustreten darf. Vgl. zur Frage über die Wesenform der Elemente Abravanei: צורת היסודות. 12) Mikr., s.9, z. 18:הצורה עצסית בדבר שתחת החוסר ההוא והצורה ההיא סקרה בחוסר. Einen Commentar zu diesen jedenfalls ein wenig corrumpirten und anscheinend widerspruchsvollen Worten bildet die Auseinandersetzung bei den Lauteren, S. 215, die wir nur kurz anführen können: *J3L^\Jf ä-uCojL. *J oLxJ. Demnach will Ibn Saddik sagen, die Form ist substantiell für den geformten Gegenstand, accidentell für die Materie. 13) Mikr. das., vgl. das Buch de causis, S. 105: u>l*wJÜl wozu eine Randbemerkung lautet, dies würde beweisen, dass der Körper keine Substanz ist, während die späteren Philosophen übereinstimmend der Ansicht sind, dass er eine Substanz ist. Bardenhewer, S. 8, bemerkt, dass dieser Note ״eine von dem Sprachgebrauch des Buches de causis abweichende Auffassung des Begriffes zu Grunde“ liegt. Der Glossator hat den Text missverstanden, und dasselbe passirte Bardenhewer mit dem Glossator. Der Glossator glaubte, die Textworte wollen besagen, jede Substanz subsistirt durch sich selbst und ist nicht dem Vergehen unterworfen, während in Wirklichkeit der Nachsatz mit ytp beginnt. Die Worte Bardenhewer’s treffen daher gar nicht die Bemerkung des Glossators, es handelt sich ja gar nicht darum, weiche Auffassung vom Begriffe Substanz der Note zu Grunde liegt, sondern welche Auffassung aus dem Texte herausgelesen wurde. 14) Vgl. Alfarabi, Abhandl., S. 89 und die Psychologie Ibn Gabirol's a. a. 0., S. 81, A. 10.