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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 149

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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— 149 — besonders bemerkt werden, dass bereits im Kapitel über Materie und Form und Substanz und Accidenz ein Abweichen von Aristoteles sich bemerkbar macht. Obgleich Ibn Saddik im Anfänge beide Begriffspaare auseinanderhält, gehen sie doch später in einander über, und er erklärt die Substanz als das, was für sich besteht, nämlich die Materie, und das Accidenz als das, was in einem Anderen subsistiert, nämlich die Form* * 8). Allerdings unterscheidet er dennoch zwischen Materie und Substanz, erstere ist bloss potentielle Substanz und wird erst durch Annahme der Form Substanz der Wirklichkeit nach9), nichts destoweniger fallt das Wesen der Substanz eher auf Seiten der Materie, welche der Form vorangeht10). Ebenso wird, wie von Ibn Saddik, zwischen einer substantiellen und accidentellen Form unterschieden11), ja, eine und die- Laut. Br., S. 444: 0151לל Dass Plotin die aristotelische Annahme einer fünften Substanz verwarf, ist bekannt, vgl. En. II, 1, 2. 8) s. 8, z. 26: והעומד בעצמו הוא החומר והעומד בזולתו הוא הצורה, so unterscheidet Ibn Saddik, nachdem er gemäss der Ueberschrift des Kapitels den Unterschied zwischen Substanz und Accidenz erklären will. 9) Mikr. das. lc) s. 9, z. 1: מקדים [נ״א מוקדם מן] הצורה הקדמה טבעית [scii. שהוא [החומר. Dem Zusammenhänge nach kann nur die erstere LA. richtig sein. Gerade das Gegenteil lehrt Arist., S. 646a 35: xü> piv 03v zpovip zpoxipav x^v 0Xy]v ävarptat&v sivai xat x7]v ־)־ivsaiv, xoj }.652 <ן1ץ x/jv 0’ja’av xat x7]v 2x03x00 iiopcpyjv, vgl. Lautere Br., S. 356. u) Den besten Commentar zur Ansicht Ibn Saddik’s bildet Gabirol, vgl. Fons vitae, ed. Beaumker, S. 162: quare vocarunt primam formam substantialem et non substantiam cum ipsa perficit essentiam materiae... Ideo quia impossibile est, ut habeat esse nisi in materia . . . Ebenso bezeichnet Ibn Saddik die Form als substantiell, nicht aber als Substanz. In gleicher Weise deckt sich die Ansicht Ibn Saddik’s mit der Bachjä’s, der (Herzenspflichten, ed. Jellinek, S. 52) ohne Weiteres Materie und Form mit Substanz und Accidenz gleichsetzt. Wenn derselbe dann weiter an den vier Eiementen Materie und Form unterscheidet und letztere hierbei als universelle Form bezeichnet: אשר היא שורש כל צורה עצמית ובל צורה מקרית בחום ובקור ובלחות וכיובש והכובד והקלות וכר, so stimmt das gleichfalls mit der Ansicht Ibn 'Saddik’s überein, und zwar ist unter der Universellen Form die Form des absoluten Körpers zu verstehen. Irrig ist daher die Auffassung Kaufmanns, die Theologie des Bachja, S. 47, A. 1, welcher die universelle Form mit der später genannten substantiellen Form identificirt und die Frage aufwirft, ob die Darlegung Bachja’s mit den aristotelischen Ansichten von den Elementen überein stimmt, welche Frage bei einer richtigen Auffassung von צורה כללית von vornherein zu verneinen ist. Ebenso unrichtig ist seine Auffassung, dass unter der substantiellen Form Schwere und Leichtigkeit u. s. w. zu verstehen sei, da Bachja selbst, S. 67, ausdrücklich das Gegentheil behauptet und beispielsweise beim Feuer die Wärme als die substantielle Form erklärt, wobei die Begründung besonders beachtenswerth ist: בל מה שימצא מום דבר מקרה א״א שלא ימצא בדבר אחר עצמי אמתי ובר כחום במים החמים שהוא

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