Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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30 Lexikon zum• Talmud und erscheint eine methodologische Schrift zu demselben, סדר תנאים ואמוראים. Im Jahre 928 wird sogar ein auswärtiger Gelehrter, der berühmte R. Saadja G., aus Fajum in Ägypten als Leiter an die suranische Hochschule berufen, der, eine talmudische Grösse, nicht nur halachische Abhandlungen und liturgische Gedichte verfasste, sondern bekanntlich auch als Sprachforscher, Bibelexeget und Religionsphilosoph bahnbrechend war. Nur eine kurze Zeit war es jedoch diesem edlen Gaon vergönnt, friedlich in Sura zu wirken, und nur kurze Zeit nach seinem Hinscheiden im Jahre 942 löste sich die suranische Hochschule auf. Nach etlichen Jahrzehnten wurde sie wieder eröffnet und stand unter der Leitung des literarisch tätigen, freidenkenden R. Samuel b. Chofni G.; sie konnte jedoch sich nicht lange erhalten. Viel früher bereits hatte man sich in Afrika und Europa mit dem Talmud zu befassen begonnen, aber Lehrhäuser, in denen das Talmudstudium gründlich gepflegt wurde, sind dort erst gegen Ende des 10. Jahrhunderts nachweisbar. Der bekannte Berieht von der durch den maurischen Admiral Ibn Rumahis an der Küste von Italien bei Bari in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erfolgten Gefangennahme eines Schiffes, auf welchem vier be^ deutende Talmudgelehrte sich befanden, die, vermutlich von Sura, zwecks einer Sammlung von Spenden für die dortige Hochschule eine Reise unternommen hatten, und, losgekauft, die Verbreitung und Vertiefung des Talmudstudiums in Nordafrika und Spanien herbeigeführt haben und zwar R. Schemarja (G.) in Kairo, R. Chuschiel in Kairuan und R. Moseh (G.) in Cordova, indes der vierte nicht näher angegeben ist, dieser Bericht ist zwar infolge eines vor einigen Jahren von Professor Schechter in Kairo aufgefundenen Briefes des R. Chuschiel in seinen Einzelheiten unhaltbar geworden, darf aber keineswegs ganz aufgegeben werden. Wir können uns den Hergang etwa so denken. Infolge mangelhafter Zuwendungen von auswärts sah sich die suranische Hochschule, vermutlich während des Gaonats des R. Samuel b. Chofni G., veranlasst, einen Boten behufs Einsammlung von Beiträgen zu entsenden, gleichzeitig aber wanderten zwei andere Mitglieder dieser Hochschule aus, um sich im Westen niederzulassen, nämlich R. Moseh (G.) mit seiner Familie und R. Schemarja (G.), dem alsdann R. Chuschiel, wahrscheinlich ein Jünger von ihm, folgen sollte. Gefangen genommen und losgekauft wird dann R. Moseh (G.) — die sich dabei abspielenden, ergreifenden Szenen mögen unerwähnt bleiben — das Oberhaupt der Gemeinde in Cordova und R. Sehern. (G.) das Oberhaupt der Gemeinde in Kairo. R. Chusch. sollte dann dem letzteren folgen, wird aber von der Gemeinde in