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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1905-01-01 · 1905 · page 30

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721007--29-2725186
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29 nach einem im Vorwort zu Sefer Mizwot Gadol angeführtem Zitate aus Pirke d. R. Elieser wurde die mündliche Lehre erst nach dem Auftreten Muhammeds niedergeschrieben. Im 8. Jahrhundert jedoch war sicherlich der Talmud bereits geschrieben, es zeigten sich da bereits Anfänge einer talmudischen Literatur und wir besitzen aus der Mitte dieses Jahrhunderts die nach den wöchentlichen Perikopen eingeteilten halachischen Vorträge des R. Acha (G.) aus Schabcha עזאילתות und die von R. Jehudai G. zum praktischen Gebrauch verfassten kurzen Auszüge aus dem Talmud, הלכו, פסוקות, die aus dem Aramäischen ins Hebräische übertragen wurden. Ein Jünger des R. Jeh. G., R. Natronai b. Chabibai (G.), der, nachdem er einige Jahre Exilarch war, sich um 773 veranlasst sah, nach dem Westen auszuwandern, soll in Spanien den Talmud aus dem Gedächtnis niedergeschrieben haben und wäre dieses Talmudexemplar das nachweisbar älteste in Europa. Sonderbar berührt die frühzeitige Verwechselung dieses Exilarchen mit dem späteren Gaon R. Natronai b. Hilai. Im Jahre 797 soll Karl der Grosse durch seine Gesandtschaft an Harun Alraschid diesen angegangen sein, ihm einen jüdischen Gelehrten zuzuschicken, um die Juden seines Reiches einer höheren Bildung zuzuführen, woraufhin R. Machir, der der Exilarchenfamilie entstammte, nach Narbonne in Südfrankreich gekommen sein soU, und um das Jahr 810 soll, wie eine Version lautet, Karl der Grosse auch R. Kalonymos oder R. Moseh b. Kalonymos aus Lucca nach Mainz verpflanzt haben, der dort angeblich ein Lehrhaus errichtete. Seit dem 9. Jahrhundert häuften sich die von auswärtigen Gemeinden an die babylonischen Hochschulen gerichteten Anfragen über rechtliche, rituelle und wissenschaftliche Anfragen, deren Bescheide, Gutachten nachher gesammelt wurden und einen besonderen Literaturzweig bilden: die Gutachten, Sammlungen der Geonim nämlich, von denen wir jetzt einige besitzen. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts schreibt R. Zemach b. Paltoi G. eine Art . . ♦ הוראה beruhen wohl nur auf einer fraglichen Annahme; vgl. בגדי ישע z. St., dass diese Worte dem ראבייה, nicht dem בה׳יג (cf. Weiss, דיי דור ודורשייי III. S. 245) angehören. Aus Temura 14b nach der im Kommentar des ״R. Gerschom“, in Schitta Mek. und Or Sarua Alphabet No. 49 erhaltenen Lesart (שבחה ist wohl richtiger als שר של שכחה) ist zu entnehmen, dass bereits in amoräischer Zeit oder kurz nachher der Talmud, obschon man ihn memorierte, zur Unterstützung des Gedächtnisses niedergeschrieben wurde und dürfte dieses Verfahren allmählich dazu geführt haben, dass man in gaonäischer Zeit, von einzelnen abgesehen, ihn in Babylonien zu memorieren auf hörte; in den westlichen Ländern hat man vielleicht damit gar nicht begonnen. Dafür, dass Rabina b. R. Huna ״mit der Niederschreibung des Talmuds vollen Ernst machte״, dürfte kaum ein sicherer Anhaltspunkt zu finden sein vgl. N. Brüll Jahrb.ll. S. 18 ff. S. 51 Anm.

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