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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1905-01-01 · 1905 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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IRI
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28 sich mit dessen Auslegung begnügten und darum Saboräer genannt wurden. Die amoräischen Lehrsätze nämlich, wie sie als etwas Fertiges, Beendetes wortgetreu tradiert wurden, nannte man früher Gemara, wohl von ״ גמרbeenden“, im Gegensätze zur Sebara, ihrer freien Begründung und Erläuterung, und, da die nachamoräischen Autoren den Talmud als etwas Gegebenes, Abgeschlossenes, gleichsam als Gemara, lehrten und kommentierten, nannten sie sich vielleicht selbst in Bescheidenheit Saboräer. Manche Erklärungen der Saboräer dürften jedoch in den Talmud aufgenommen oder hineingeraten sein. Über die Dauer der Epoche der Saboräer finden sich schon in den Quellen verschiedene Angaben. Nach R. Scherira Gaon währte sie nur bis zum Ableben des R. Ena, R. Simuna und R. Rabbai, also etwa von 500 bis 540, bis zur Schliessung der babylonischen Lehrhäuser infolge der politischen Wirren und Bedrückungen im Sassaniden-Reiche, die etwa 50 Jahre bis 589 andauerte, nach Ibn Daud oder R. Samuel Hannagid in Übereinstimmung mit einem Gutachten des R. Natronai Gaon aber erstreckt sie sich bis zum Jahre 689. Ein Unterschied in der Lehrweise zwischen den letzten Saboräern und den ersten auf sie folgenden Geonim ist aber kaum anzunehmen; es handelt sich hierbei gewissermassen nur um die Änderung eines Titels, und so liegt die Vermutung nahe, dass eine bestimmte historische Überlieferung darüber nicht vorhanden war und man nur mit dem Jahre 689, dem Sterbejahre des R. Scheschna G. und dem Schluss des ersten Jahrtausends nach seleucidischer Ära, nach der man rechnete, die Epoche der Saboräer als abgeschlossen sich dachte. Nach Me'iri wurde während der saboräischen Zeit der Talmud noch auswendig studiert, in der gaonäischen aber schriftlich gelesen — einzelne allerdings lernten ihn noch immer auswendig — und ist jedenfalls eine Talmudhandschrift aus saboräischer Zeit nicht nachweisbar*). Die zwei ältesten Fragmente von Talmudhandschriften, auf die sich Maimuni beruft, stammen nach ihm aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts**); *) Nach Mein war damals der Talmud zwar geschrieben, aber als Schriftwerk nicht verbreitet. **) Cf. Lebrecht, Handschriften und erste Ausgaben des Bab. Talm. S. 22. Nachmani in Milchamot zu Alfassi Synh. c. 4 (ed. Wilna f. 13 a) führt aus einem Responsum des r. Scherira G. an: וררבא דרבנן דוקאני הכי* גרפי* בהדיא .♦ . וקא שכיהן ספרי דמם״ דנדה גמרא דכתיבין מן טפי מאתן שני...; r. Scherira g. scheint also keine älteren als aus dem achten Jahrhundert stammenden Handschriften dieses Traktats gekannt zu haben. Die dem Münchener Talmud-Kodex zugründe liegende Handschrift stammt aus dem sechsten Dezennium des neunten Jahrhunderts cf. Dikd. Sof. zu S>nh. f. 144a Anm, 10* Die von R. Mordechai Pes. c. 2. § 550 zitierten Worte: דנמצא בספרים ישנים שהיו בימות רב אשי סוף

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