Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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…/2720904-2721007--19-2725176- Visual Library
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19 erwogen haben, welche jetzt im Mittelpunkt der Diskussion stehen? Beweist es nicht ein hohes ä Mass von Einsicht, dass sie schon damals die soziale Fürsorge gerade auf den Gebieten und in der Weise betätigten, in der die jetzige Zeit sozial und humanitär zu wirken erst angefangen hat? Vorbeugung gegen die Verarmung, Schaffung guter und billiger Wohnungen, Erziehung zu guter Arbeit in Handwerk, Kunst und Gewerbe, und Pflege des religiösen Lebens durch für diesen Zweck wissenschaftlich vorgebildete Männer: das waren die hohen Ziele, die dem Stifter vorschwebten und denen seine von ihm zu Vollstreckern seines letzten Willens ernannten Freunde in mustergiltiger Weise praktische und lebensvolle Ausführung verschafft haben. Deshalb sei heute in erster Reihe des Stifters gedacht, der die redlich erworbenen Früchte eines langen, an Mühen reichen Lebens dem Heile der Enterbten und vom Leben Bedrückten gewidmet hat Aber dankbar müssen wir auch der Männer gedenken, welche die Aufgabe übernommen und durchgeführt haben, die in seinem Testamente getroffenen Anordnungen auszuführen und ihnen eine Ausgestaltung zu geben, welche sich bis auf den heutigen Tag als weise und praktisch erwiesen hat. Aller gute Wille und rastlose Arbeit hätten aber zum Ziele nicht geführt, wenn nicht Hilfe und Beistand von aussen gewährt worden wäre. In erster Reihe müssen wir auch heute der Allerhöchsten Gnade gedenken, mit der als Vertreter weiland des Königs Friedrich Wilhelm IV. Majestät unser grosser Kaiser Wilhelm durch Kabinettsordre vom 31. August 1847 die Genehmigung zur Errichtung der Stiftungen erteilt, ihnen die Rechte einer Korporation gewährt und sie als milde Stiftungen anerkannt hat. Seitdem hat die königliche Staatsregierung als Aufsichtsbehörde zu allen Zeiten den Stiftungen reiches und fortgesetztes Wohlwollen bewiesen, wofür unseren Dank auszusprechen ich am heutigen Tage und von dieser Stelle aus nicht verfehle. Dass die königliche Staatsregierung ihre Massnahmen im Sinne und Geiste desjenigen trifft, der durch Gottes Gnade berufen ist, unser Vaterland mit starker und kräftiger Hand zu schützen und zu schirmen, wissen wir. So lassen Sie auch uns an der heutigen Feier das Gelöbnis erneuern, dass die Anstalt nach wie vor bestrebt sein wird, eine Pflanzstätte echter Religiosität zu sein, ihre Jünger in Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, in Gehorsam gegen die Gesetze und in unverbrüchlicher, opferfreudiger Hingabe 2*