Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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18 Meister nur aus Juden beständen, die durch die Fraenckel’sche Stiftung ausgebildet oder gefördert worden sind. Hierbei sei noch hervorgehoben, dass sie durch reichliche Stipendien auch die höhere Ausbildung auf Provinzialgewerbeschulen, Polytechniken und Kunstakademien ge- ״ fördert und Erfolge erzielt hat, auf die wir stolz sein dürfen. Im staatlichen und städtischen Dienste sehen wir unsere jungen Leute im ehrlichen Wettbetrieb, und wenn nicht alte Vorurteile ihnen immer wieder ihre Plätze streitig machen würden, wäre die Zahl derer, die eine handwerksmässige oder höhere technische Ausbildung erstrebten, noch viel grösser. Im Jahre 1903 befanden sich. 23 Lehrlinge in ordnungs- * mässigem Lehrverhältnis, davon wurden 10, und zwar 7 als Gesellen, entlassen. Der am 1. Januar 1904 verbliebene Bestand setzte sich zusammen aus 4 Holzbildhauern, l Schlosser, 4 Schneidern, 1 Schriftsetzer, 1 Goldarbeiter, 1 Schirmmacher und 1 Buchbinder. Ausserdem wurden zum Zweck höherer Ausbildung 14 Stipendiäten unterstützt. Die Ausgaben der Stiftung betragen jährlich rund 7600 Mark. Endlich ist noch die Errichtung eines Seminars zur Heranbildung von Rabbinern und Lehrern angeordnet. Bezüglich dieser Stiftung kann ich Bezug nehmen auf die in Ihren Händen befindliehe Festschrift des Herrn Dr. Brann, welche Ihnen eine ausführliehe und aktenmässige Geschichte des Seminars liefert. Dankbar lassen Sie mich nur der hervorragenden Männer gedenken, die als Leiter und Lehrer an der Anstalt gewirkt haben: eines Zacharias Frankel, Grätz, Bernays, Joel, Rosin, Zuckern!ann, Lazarus und des noch heute unter uns lebenden Prof. Freudenthal. Ihren Bemühungen war es zu verdanken, dass die Anstalt im In- und Auslande mit Ehren genannt und ihren Schülern in zahlreichen und angesehenen Gemeinden das verantwörtliche Amt der Seelsorger übertragen wurde. Im Geiste ihrer Vorgänger wirken auch die jetzigen Lehrer, mit Eifer bestrebt, das ihnen anvertraute Gut unvermindert zu wahren und im Sinne des Stifters zu wirken zum Heile der Wissenschaft und des Glaubens. Wenn das am 25. Oktober 1844 errichtete Testament des Kommerzienrats Fraenckel heute niedergeschrieben wäre, würden wir seinen Inhalt als von sozialen Gesichtspunkten erfüllt bezeichnen. Ist es aber nicht der Beachtung wert, dass vor 60 Jahren der Testator und seine Berater fast alle diejenigen Fragen schon damals