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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1905-01-01 · 1905 · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721007--17-2725174
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17 Die Ausfälle sind nicht erheblich; sie haben im Durchschnitt der letzten drei Jahre 760 Mark jährlich betragen. Diese Stiftung bildet gleichzeitig einen wertvollen Reservefonds für die anderen Stiftungen, deren steigende Ausgaben infolge Rückgang des Zinsfusses und der verringerten Kaufkraft des Geldes in den eigenen J£innahmen nicht volle Deckung finden. Es ist nämlich statutarisch angeordnet, dass das Stiftungsvermögen den Betrag von 300,000 Mark nicht übersteigen und der sich ergebende Mehrbetrag alljährlich für andere Stiftungen Ver- Wendung finden soll. Für diesen Zweck sind in den letzten drei Jahren durchschnittlich je 8300 Mark abgeliefert und teils für das Zufluchtshaus, teils für das jüdischtheologische Seminar verwendet worden. 3. Wie jetzt, so ist auch früher gegen die Juden der allerdings unberechtigte Vorwurf erhoben worden, dass sie sich nur dem Handel, nicht aber den sogenannten produktiven Erwerbszweigen, d. i. dem Handwerk und dem Ackerbau, widmen. Wenn dies tatsächlich der Fall gewesen, so hat man auf gegnerischer Seite wissentlich verschwiegen, dass die Gesetzgebung durch Jahrhunderte den Juden das Handwerk und den Ackerbau verschlossen hat, und wo die Gesetze es erlaubten, die sozialen Verhältnisse es unmöglich gemacht haben. Hat doch die von dem Testator angeordnete Stiftung zur Beförderung der Künste und Handwerke unter den Juden hiesiger Gemeinde nach ihrer Errichtung mit den grössten Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, um jüdische Lehrlinge unterzubringen. Die hiesigen Innungen verschlossen ihnen zunächst prinzipiell die Aufnähme. Ein aufgeklärter, braver Handwerksmeister, der sich diesem Zwange nicht fügen wollte, hat aus der Innung ausscheiden müssen, um jüdische Lehrlinge annehmen zu können. So ist in den ersten Jahren nach Begründung1 der Stiftung es nur möglich gewesen, jüdische Hutmacher auszubilden. Allmählich ist der Widerstand gebrochen worden. Seitdem gibt es kaum ein Handwerk, dem sich jüdische Knaben entzogen haben. Unsere Liste weist als ausgebildet auf Maurer und Zimmerleute, Schlosser und Schmiede, Steinsetzer und Bildhauer, Töpfer und Tischler, Drechsler, Schneider, Konditoren, und es wäre dank der Stiftung in Breslau nicht schwer, ein Gebäude zu errichten, an dem die beteiligten 2

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