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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1905-01-01 · 1905 · page 17

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721007--16-2725173
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16 befreundeten Stadtrates einholen und danach verfahren sollten. Durch diese Bestimmung ist die Stiftung für Personen aller Glaubensbekenntnisse ins Leben gerufen worden. Wenn Sie heute durch Breslau wandern, finden Sie vor allen Toren der Stadt Gebäude, welche die Inschrift ״Fraenckel’sche Stiftung״ tragen. In denselben werden die vorhandenen Wohnungen an Unbemittelte gegen Entrichtung ungefähr der Hälfte des ortsüblichen Mietszinses gewährt. Insoweit die Einkünfte nicht zur Erhaltung der Substanz der Gebäude gebraucht werden, werden sie aufgesammelt und zur Errichtung neuer Gebäude verwendet. Zur Zeit sind an fünf verschiedenen Stellen neun Gebäude mit 187 Wohnungen errichtet. Der Feuerkassenwert der Gebäude beträgt 526,300 Mark. Der Zudrang der Bewerber ist so gross, dass die Liste der Anwärter vorläufig hat geschlossen werden müssen. Am reichsten hat Jonas Fränckel seine Breslauer Glaubensgenossen durch Stiftungen bedacht. 1. Für unverschuldet herabgekommene Familien jüdischen Glaubens, mit besonderer Bevorzugung von Kaufleuten, wird die Errichtung eines Zufluchtshauses angeordnet. Seit 1852 hat dasselbe in dem auf der Friedrich-Wilhelmstrasse gelegenen Grundstück ein stattliches Heim gefunden, das später durch den Ankauf eines nachbarlichen, auf der Kirchstrasse belegenen Grundstücks erweitert worden ist. Für mehr als 40 Stiftungsgenossen bietet es Raum. Freie Wohnung, Beheizung, Bedienung, ärztliche Verpflegung und eine monatliche Geldkompetenz von 21 Mark im Sommer und 24 Mark im Winter wird jedem Inquilinen gewährt; auch durch Legate verschiedener Wohltäter findet eine den Bedürftigeren zugewendete Erhöhung der monatlichen Geldkompetenzen statt. Die laufenden Ausgaben des Jahres betragen durchschnittlich 16,700 Mark. 2. Zu grosser Bedeutung innerhalb unserer Gemeinde hat sich die unter dem Namen ״Darlehns-Institut‘ bekannte Stiftung entwickelt. Sie verfolgt den Zweck, achtbaren, der Unter- Stützung würdigen Personen Darlehne von 60—1500 Mark gegen zwei Prozent jährlicher Zinsen zur •Aufhilfe ihres Gewerbes zu gewähren. Durch die Statuten ist die Rück־ Zahlung in der Weise geordnet, dass wöchentlich von je 3 Mark des Darlehns je 10 Pf. zurückgezahlt werden. Im letzten Jahre betrug der Bestand der Darlehne am 1. Januar 1904 : 347,287 Mark.

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