Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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11 der Segen Gottes an der Anstalt auch in Zukunft sich bewähren, möge an ihr in Erfüllung gehen die eben vernommene Verheissung, und es sei ihrer Zeiten Sicherheit, die Dauer ihres Heiles, Erkenntnis, Gottesfurcht und ein fester Glaube, mögen diese drei ihren Fortbestand sichern durch alle Zeiten. Zu Dir aber, 0 Herr, rufen wir, sende Deine Huld und Deinen Beistand allen denen, welche zur erspriesslichen Entwicklung dieser Anstalt beitragen, Deinen Beistand und Segen den Männern, welche ihre edle Mühewaltung und weise Fürsorge dieser Anstalt widmen und das Wohl derselben allezeit zu fördern bestrebt sind, Deinen Beistand und Segen allen, welche nah oder fern am Gedeihen dieser Anstalt tatkräftigen Anteil nehmen. Pietätvoll gedenken wir in dieser Stunde des hochherzigen Stifters und all der Männer, welche sein Vermächtnis erfüllten, in seinem Geiste und Sinne zur Verwirklichung seiner Absichten tätig waren. Mit Liebe und Verehrung gedenken wir des geistigen Mitbegründers dieser Anstalt, ihres ersten Direktors, und all der ausgezeichneten Lehrer in Israel, die hier gewirkt haben und die wir nicht der Reihe nach aufführen können, um jeden nach Gebühr zu würdigen, die durch Wort und Tat, durch Lehre und Beispiel Saaten des Segens ausgestreut haben für alle Zukunft. Möge ihr Andenken in unserer Mitte stets zum Segen sein. Amen! Abends um acht Uhr vereinigten sich die Festteilnehmer auf Einladung des Kuratoriums zu einem Bierabend im grossen Saale der Lessingloge. Auf die Begrüssungsworte des Herrn Kurators Stadtrat Milch antwortete Namens der Gäste Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann aus Wien als der Älteste der aus dem Seminar hervorgegangenen Rabbiner. Am Sonntag, 30. Oktober morgens, besuchte eine beträchtliche Anzahl der ehemaligen und jetzigen Seminaristen die Gräber der verstorbenen Dozenten. Um 11 Uhr begann der* Festaktus in der Lessingloge, eingeleitet durch den Gesang des ersten Teils des 19. Psalms. Hierauf hielt Herr Kurator Stadtrat Milch folgende Ansprache: