Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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Jahresbericht. jyas jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar zum fünfzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verevvigten Commerzienrat Jonas Fränckel. Bei dieser Gelegenheit sollen die Herren Kandidaten Dr. Julius Guttmann und Dr. Julius Lewkowitz, nachdem sie die theologisch-wissenschaftliche und die talmudisch-rabbinische Prüfung vorschriftsgemäss bestanden haben, als Rabbiner entlassen werden. Im verflossenen Jahre wurde am 27. Januar, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs und dem gleichzeitigen Sterbetage des Stifters, die Doppelfeier in üblicher Weise begangen. Die Fest- und Gedenkrede hielt Herr Dr. Brann. Zur Bewerbung um den Josef Lehmann’schen Preis war für das abgelaufene Jahr die Aufgabe: ״Historische Topographie der Judenstadt in Köln am Rhein“ wiederholt worden; Eine umfangreiche Abhandlung mit demselben Motto wie im vorigen Jahre:נם צפור מצאה בית ודרור קן לה וני (ps. 84,4.) ist eingereicht worden. Nach einem kurzen Überblick über die mittelalterliche Geschichte der Juden in Köln a. Rhein, die neue Ergebnisse nicht vorträgt, aber die bisherigen, abgesehen von einigen stilistischen Unebenheiten, klar und zuverlässig wiedergiebt, behandelt der Verfasser mit gründlicher Sachkunde die Quellen und die Literatur der jüdischen Grundbesitzverhältnisse dieser Stadt. Im Anschluss daran beschreibt er zunächst das Judenviertel von den ältesten Zeiten Ws auf den Judenmord von 1349 und stellt mit anerkennenswerter Sorgfalt die Nachrichten zusammen, die wir über die Namen, die Lage, die Strassen und den Umfang der Judenstadt besitzen. Dann bespricht er die Beziehungen der Christen zum Judenviertel und die Abschliessung der Juden in ihrem Bezirk oder den sogenannten Ghettozwang. Wenn er nun auch in diesen letzten Punkten sich nach der Meinung des Referenten, von den Urteilen des Stadtarchivars Kreussen in Köln, der allerdings für die Geschichte seiner Vater-