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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1904-01-01 · 1904 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721009--22-2725141
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22 Sälze aus dem bei uns üblichen נשמת enthalten und also gelautet zu haben: ״Die Seele aller Lebenden benedeiet Deinen Namen, Ewiger, unser Gott, und der Geist Falles Fleisches preiset stets Dein Andenken, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist Du Gott“, mit welchen Worten ja auch das יהללוך und das entsprechende ישתכח nach dem portugiesischen Ritus endet. In den darauf folgenden längeren Zusatz . . . ומבלעדיך sind im Laufe der Zeit wieder andere Zusätze eingeschaltet worden. Jetzt sollte nun der vierte Becher, der Kelch für Hallei getrunken und hiermit das Ritual für den Pesachabend, der Seder, geschlossen werden. Allein in einer im babyloniscjien Talmud angeführten Baraita heisst es nach einer wahrscheinlich richtigeren Leseart: Bei einem etwaigen fünften Becher, wie er noch in späterer Zeit zuweilen hinzukam, spreche man Hallel Haggadol: ״das grosse Hallel“, den 136. Psalm, vermutlich so genannt ob des 26 mal darin wiederkehrenden Refrains: ״Dass ewig währet seine Gnade“, nach einer anderen in den Ausgaben uns vorliegenden Leseart aber: Beim vierten Becher beende man das Hallel und spreche das grosse Hallel, und um auch dieser Leseart gerecht zu werden und die beiden Erklärungen für ברכת השיר zu berücksichtigen, sprechen wir gewöhnlich nach Hallel יהללוך und dann den 136. Psalm und hierauf wieder נשמת. Hierzu fügte man noch einige Pijutdichtungen, am ersten Abend den Pijut ... א1 רב נסים der, wie man annimmt, von Jannai, dem ersten uns bekannten Pijutdichter in Reimen herrühren soll, am zweiten Abepd das vom berühmten R. Elieser Hakalir stammende אמץ גבורותיך ♦ ♦ und ausserdem den Pijut כי לו נאה, nach welchem wir erst den vierten und letzten Becher zu trinken pflegen. Hierauf folgen, vermutlich auf Anregung von R. Schalom aus Wiener-Neu- Stadt, als Schluss die Schlussverse der von R. Josephen Samuel Tob Elem im 11. Jahrhundert in Reimen abgefassten Darstellung des Pesachrituals ♦ ♦ ♦ חסל סידור פפח. Indem wir nun den leicht hingeworfenen, auch sonst gesungenen Pijut ♦ ♦ ♦ אדיר הוא und die aus deutschen Volksliedern ins Hebräische bezw. Aramäische übertragenen Gedichte ♦ ♦ ♦ אחד מי יודע und ♦ * ♦ חד גדיא, die alle in späteren Jahrhunderten, vermutlich zum Zeitvertreib, hinzukamen, kurz erwähnen, wollen wir schliessen mit des Ritualdichters Wort: ״Wie wir vom Pesachfest ’nen Abriss hier gegeben, so mögen allesamt wir fröhlich es erleben.“

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