Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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stadt eine Autorität ersten Ranges ist, zu sehr hat beeinflussen lassen, so isi doch die Geschicklichkeit, mit welcher der Verfasser sonst das von ihm beherrschte Material zu ordnen und zu gruppieren verstanden hat, lobend anzuerkennen. Es folgt dann eine kurze Zusammen- Stellung der Mitteilungen über das Judenviertel nach 1349 und darauf in dem ungleich umfangreicheren zweiten Teil der Arbeit: 1. eine historischj-topographische Übersichtstabelle, 2. das eigentliche rekonstruierte Grundbuch der Judenstädt, 3. ein Verzeichnis der Judenhäuser nach dem Schreinsbuch scabinorum judeorum . und endlich 4. eine vom Verfasser entworfene Karte des Judenviertels. Weit über hundert Grundstücke waren topographisch zu fixieren. Von jedem einzelnen mussten die Grenzen mit peinlichster Sorgfalt festgestellt und die Geschichte des Besitzwechsels aus den zahlreichen Urkunden, die nur teilweise gedruckt vorliegen, mit Genauigkeit und Gewissenhaftipkeit zusammengetragen werden. Das überreiche Detail in der kurzpn Frist, die dem Referenten zur Verfügung gestanden hat, im einzelnen zu prüfen, ist allerdings nicht möglich gewesen. Aber zahlreiche Stichproben haben ihn zu der Überzeugung gebracht, dass der Verfasser mit wenigen Ausnahmen überall mit Fleiss, Umsicht und gesundem Urteil gearbeitet hat. Unter solchen Umständen hat das Lehrerkollegium einstimmig beschlossen, der Arbeit den Preis zuzuerkennen und dem Verfasser den gesamten Zinsertrag während der zwei Jahre der Ausschreibung zuzusprechen. Als Verfasser ergab sich bei der Oeffnung des Briefumschlages der Cand. phiL Adolf Kober. Zur Bewerbupg um den.Dr. David: Rosin’schen Preis war die Aufgabe gestellt: ״Rekonstruktion des Kommentars Ibn Esra’s zu den ersten Propheten“. Auch zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Arbeit eingelaufen mit dem Motto: אנשי אמת יבינו קדמונינוונו' (Ibn Esra’s Reim zum Kommentar vor den Klageliedern). Der Verfasser hat die Aufgabe richtig dahin verstanden, dass aus den gedruckten und ungedruckten Schriften Ibn Esra’s alle diejenigen Erläuterungen zusammenzutragen seien, von denen mit einem gewissen Grad von Sicherheit anzunehmen wäre, dass sie Ibn Esra zur Kommentierung der ersten Propheten verwendet hätte. Er hat zu diesem Zwecke mit grossem Fleiss die sehr umfangreichen Schriften und Abhandlungen des berühmten Exegeten durchforscht und sich mit gutem Erfolg, in dem sehr ausgedehnten Bereich der Ihn Esra-Literatur heimisch gemacht. Nebenher hat, er dabei auch den Versuch , gemacht, Fragen, die seit Jahrzehnten die Forscher beschäftigt haben,. obwohl sie nicht in unmittelbarem. Zusammenhang mit seiner Aufgabe stehen, von neuem: einer gründlichen Prüfung