Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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auf bewahren, wodurch man den munteren Kindern zum betteten Scherz Gelegenheit bot, den אפיקומן zu verstecken und nicht eher herauszugeben, bis ihnen etwas dafür versprochen wurde, geschieht deswegen, weil wir mit der gebrochenen Mazza auf das ״Brot, der Armut״, wie das ungesäuerte Brot in der Tora genannt wird, hinweisen wollen, indem die Armen öfter kein ganzes Brot vorzusetzen vermochten. Um aber auch der Sitte zu genügen, an Sabbaten und Festtagen zwei Brote auf den Tisch zu bringen, zur Erinnerung an das Doppelbrot des Manna לחם משנה» das Israel in der Wüste für Freitag und Sonnabend zugleich erhielt, — welcher Brauch, nebenbei bemerkt, in der talmudischen und etwa in der ersten Hälfte der gaoneischen Zeit zwar in Babylonien, aber nicht in Palästina üblich war — fügte man noch eine zweite Mazza hinzu, und dann wieder, um über zwei ganze Mazzot, wie sonst, die Benediktion sprechen zu können, noch eine dritte, zwischen denen die halbe gebrochene zu liegen kam. Diese Mazzot pflegte man am Rüsttage des Festes um die Zeit, in der einst das Pesachopfer dargebracht wurde, oft bei Hallel-Gesang, zu backen, man bezeichnete sie mit >2 ,2 ,1 ,א, ב und 3, später nannte man sie gar בדין, לוי, ישראל und für den zweiten Festabend wurden sie noch abends frisch gebacken* Über diese Mazzot wurde, wie sonst über das Doppelbrot am Sabbat, ein Tuch gedeckt, nach einigen ebenfalls zur Erinnerung an das Manna, das wie in eine Kapsel gehüllt gewesen sein soll, richtiger aber wohl deswegen, weil in der alten Zeit, wo den einzelnen Tafelgenossen kleine Tischchen mit Speisen vorgesetzt wurden, diese Tischchen erst nach dem Kiddusch, dem Segensspruch über die Heiligkeit des Tages, also geradezu um des Sabbatmahles willen gebracht werden sollten, in späterer Zeit aber, wo am gemeinsamen, bereits gedeckten grösseren Familientisch der Kiddusch gesprochen wurde, man wenigstens die schon aulgetragenen Brote mit einer Decke, Mappa, verhüllen wollte. Jedenfalls wurde dadurch dem zarten Geschlecht Gelegenheit gegeben, hübsch gestickte Striezel- und Mazzadeckchen mit kunstvollem, frommem Sinn zu verfertigen. Aber noch mehr als durch die kunstvoll gearbeitete Mazzadecke, die geschmackvoll gedeckte Tafel und die gut zubereiteten Speisen, tragen die Frauen zur Hebung der festlichen Stimmung, zu innigem Herzensfrieden durch ihre Anmut und Gemütsfülle bei. In Israel gab es keine Priesterin für den öffentlichen Gottesdienst, für den häuslchen Gottesdienst aber trat die jüdische Frau als Priesterin auf, die auf dem Altäre des Hauses das heilige Feuer der Religion zu erhalten, zu nähren wusste, jedem einzelnen Brauch einen besonderen Reiz verlieh, den re^giosen Übungen die Seele einhauefate und über das ganze Haus eine reü-