Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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17 wegen des Pesachfestes Menschenblut gezapft, ja in Strömen vergossen wurde, aber dies geschah nicht etwa heimlich in einer Synagoge oder in einem jüdischen Schlachthaus, sondern öffentlich vor aller Welt; denn es war jüdisches Blut, das da floss. O, dass man Schamgefühl genug hätte, uns nicht mehr an die an Israel verübten Gräueltaten zu erinnern, dass es nicht mehr zeitgemäss wäre, zu sagen: ״Geschlecht für Geschlecht tritt man gegen uns auf.“1) * Bei dem Texte: Ein herumirrender Aramäer u. s. w. angelangt, führt die Haggada, einiger Zusätze und abweichender Lesearten ungeachtet, die in Siphre zur Stelle gegebene Erklärung an, fügt dann aber wieder eine Stelle aus der Mechilta hinzu, und hierzu wiederum eine jüngere, eigenartige Betrachtung über die vielfach uns von Gott erwiesenen Wohltaten, welche letztere Stücke in der Haggada des Maimuni fehlen. Eine noch kürzere Fassung der Haggada, die erst mit den angeführten Versen aus Josua beginnt und den erklärenden Midrasch der Siphre weglässt, hält der dagegen eifernde R. Natronai ben Holai (im 9. Jahrhundert) Gaon in Sura vielleicht nicht mit Unrecht für karäisch. Hierauf kehrt die Haggada zur Mischna zurück, wo es heisst, dass nach der Ansicht des R. Gamliel noch die symbolische Bedeutung des Pesachopfers, der ungesäuerten Brote und des Bitterkrautes, wohl als entsprechende Antwort auf die drei früher genannten Fragen, insbesondere angegeben werden müssten, führt diese Mischna womöglich wörtlich an, die dort angeführte Begründung mit der ihr voraufgehenden Überschrift: Es sagt R. Gamliel bis zu den die eigentliche Haggada abschliessenden, den HalleLGesang einleitenden Worten: Deswegen sollen wir preisen, loben und verherrlichen den, der unseren Vätern und uns allen diese Wunder getan, uns geführt aus Knechtschaft zur Freiheit, von Kummer zur Freude, von Trauer zur Festesfeier, aus Finsternis zum Licht und so wollen wir ihm anstimmen Hallelujah. Die sonst übliche Benediktion vor Hallel liess man, vom richtigen Takte geleitet, dass dieser Segensspruch hier den Zusammenhang stören würde, weg, obwohl sich mehrere Stimmen dagegen erhoben, und man begann alsbald den Hallel-Gesang. Es wurden jedoch nicht sogleich alle zum Hallel gehörigen Psalmen gesungen, indem der Gesang dem Mahle folgen, die Haggada, die Erzählung, aber demselben voran-, gehen und nur mit einer Hymne schliessen sollte und .wir rezitieren ג) An dieser Stelle mag ich es nicht unterlassen, Herrn Professor Herrn. L. Strack meinen aufrichtigen Dank auszusprechen für sein mannhaftes Auftreten gegen die ״Blutlüge“, womit er im Grunde einen grösseren Dienst der Christen• heit, als den Juden, ervviesen hat. ..... . ....