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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1904-01-01 · 1904 · page 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721009--06-2725125
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liehen Hause, Deine Gnade, Deine Huld angedeihen lassen, verleihe ihm Kraft und Weisheit, dass er seine Aufgabe zum Heile der Gesamtheit erfülle und Wohlfahrt und Segen allerorten sich ausbreite und herrsche. Erinnert uns das Geburtsfest unseres Kaisers an die Liebe und die Pflichten gegen das deutsche Vaterland, so mahnt uns die Erinnerung an den verewigten Jonas Fraenckel, dessen Gedenkfeier wir heute begehen an dieser Stätte, die der jüdischen Wissenschaft und Theologie errichtet ist, an die Hingebung und Treue gegen unseren angestammten Glauben, unsere heilige Religion. Liebe und Treue gegen das teure Vaterland wollen wir mit Liebe und Treue gegen den Glauben unserer Väter verbinden, unbekümmert um die zahlreich angewachsene Schar unserer äusseren Feinde, die uns als Deutsche nicht anerkennen wollen, so wie um das winzige Häuflein der inneren Gegner, die, um als Deutsche zu erscheinen, zum Judentum sich nicht mehr bekennen mögen. Wir allerdings meinen, das die treue, opferwillige Hingebung an die Religion unserer Väter die beste Bürgschaft enthält für Treue überhaupt und namentlich für die Treue gegen das Vaterland. Vielleicht sollten wir, eingedenk des Wortes des Propheten: ״Wohlan, mein Volk, ziehe ein in deine Gemächer und verschliesse deine Tür hinter dir; verbirg dich einen kurzen Augenblick, bis vorüber ist der Grimm“ (Jes. 26, 20.), unseren Blick nach innen richten^ ohne auf die falschen Meinungen und Urteile anderer über uns sonderlich zu achten, und, der eigenen Überzeugung treu, um so sorgfältiger unsere Pflichten erfüllen und humanitäre und religiöse Ideen fördern und verwirklichen, wobei uns ein Jonas Fraenckel zum Vorbild dienen kann. Denn er hat uns ־ einerseits durch die mannigfachen humanitären Stiftungen, die er ins Leben gerufen hat, gezeigt, in welch umsichtiger und zartsinniger Weise wir Nächstenliebe üben und dem Elend unserer Mitmenschen steuern können, und andererseits durch den Entschluss, den er vor beinahe 50 Jahren gefasst hat, diese Lehranstalt für jüdische Theologie zu errichten, gelehrt, wie wir für die Hebung und Verbreitung religiöser und wissenschaftlicher Ideen Sorge tragen können. Zwar können nicht speziell wissenschaftliche Untersuchungen dem allgemeinen Verständnis nahe geführt werden, aber die Grundgedanken und Resultate derselben weiss sich der Gebildete leicht anzueignen, und sie dringen mittelbar oft in die Öffentlichkeit. So manches, was hier gelehrt wird, dürfte auch für eine allgemein verständliche Darstellung nicht ungeeignet sein, und so sei es gestattet, hier etwas über das Pesachfest oder bestimmter über ״den Sederabend“ vorzuführen.

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